Nebeneinkünfte
Steinbrück spendet neue Vortragshonorare

Bezahlte Vorträge wird er weiter halten, allerdings spendet SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nun seine Honorare - und zwar an eine gemeinnützige Organisation. Noch steht die Auflistung seiner Nebeneinkünfte aus.
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BerlinDer designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hält weiter vor exklusivem Publikum bezahlte Vorträge zu Wirtschaftsthemen, lässt das Honorar nun aber spenden. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, sprach Steinbrück am vergangenen Montag in Frankfurt vor rund 60 Aufsichtsräten deutscher Spitzenunternehmen. Zu dem bereits im Frühjahr mit Steinbrück vereinbarten Termin im Rahmen eines Dinners in einem Luxushotel habe die Unternehmensberatung Egon Zehnder International eingeladen. Nach seiner Ernennung zum Kanzlerkandidaten habe Steinbrück den Veranstalter gebeten, das Honorar an eine gemeinnützige Organisation zu spenden.

Steinbrück war in die Kritik geraten, weil er seit der Bundestagswahl 2009 mit über 80 Vorträgen mindestens mehrere hunderttausend Euro neben seiner Tätigkeit als Mitglied des Bundestages verdient hatte. In dieser Woche will er nach Angaben aus der SPD seine Nebeneinkünfte detailliert offenlegen.

Bei der Veranstaltung in Frankfurt sparte der Ex-Finanzminister dem Zeitungsbericht zufolge nicht mit Kritik an den Anwesenden. Hohe Bonuszahlungen hätten "soziale Sprengkraft". Die Anwesenden müssten sich selbst regulieren, bevor die Politik es tue, habe Steinbrück laut Teilnehmern gesagt. Ein Sprecher Steinbrücks widersprach der Darstellung, dieser habe sich kritisch über die von der SPD geforderte Frauenquote für Aufsichtsräte geäußert. Steinbrück habe "erklärt, dass er für die Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten ist", zitierte die "BamS" einen Sprecher des Kanzlerkandidaten. (Reporter: Holger Hansen; redigiert von Sabine Ehrhardt)

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Nebeneinkünfte: Steinbrück spendet neue Vortragshonorare "

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  • Steinbrück sollte auch de früheren Vortragshonorare spenden, schließlich wurde er über seine Diäten für einen Full-Time-Job fürstlich honoriert.

    Es wäre also kein Opfer, was von ihm verlangt wird, sondern lediglich eine Rückführung der von ihm bereits vereinnahmten Einnahmen.

    Solange er dies nicht vornimmt, wird er nicht an dem Vorwurf vorbei kommen, dass er sich zu Lasten der Gemeinschaft bereichert hat. Als Mitglied der Führungsmannschaft gibt er seinen Genossen kein gutes Beispiel. Im Gegenteil, er setzt das Schröder-Prinzip fort.

  • Dessen Marktwert und dessen Ansehen steigt, wenn die Medien davon berichten, Steinbrück hätte sein Vortragshonorare für einen wohltätigen Zweck gespendet.
    Mich würde mal die Theman der Steinbrückschen Vorträge und deren Inhalte interessieren.

  • Der soll keine Vorträge halten, der soll arbeiten. Obwohl, hmmmm, vielleicht ist es doch besser, wenn er ausschließlich nur noch Vorträge hält.

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