Nein zu möglicher Kooperation
CDU wirft AfD „vergiftetes Angebot“ vor

Der Chef der Euro-Gegner AfD vergaloppiert sich in einem Interview. Erst spricht er von möglichen Koalitionen mit Union und FDP, dann von roten Linien, die er ziehen will. Die CDU nimmt die Steilvorlage dankbar auf.

BerlinDer konservative Flügel der Unions-Bundestagsfraktion hat das Angebot der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) für eine Kooperation mit Union und FDP nach der Bundestagswahl im September scharf zurückgewiesen. „Das ist wohl ein vergiftetes Angebot. Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt gar nicht in Frage“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß vom konservativen Berliner Kreis der Union Handelsblatt Online. „Ich bin davon überzeugt, dass die AfD die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen wird“, fügte er hinzu. „Deshalb ist auch jede Stimme an die AfD eine verlorene Stimme.“

Zuvor hatte AfD-Chef Bernd Lucke in einem Interview erklärt, dass mit CDU/CSU und FDP Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Form von Koalitionen oder in Form von Tolerierungen denkbar wären, sofern der jeweilige Partner seine Position in der Euro-Rettungspolitik grundlegend verändere. "Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man eine Tolerierung zulässt, sagen wir mal einer schwarz-gelben Koalition", sagte Lucke. Allerdings müssten dann Union und FDP bereit sein, die Bedingungen deutlich zu verschärfen, unter denen Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM gewährt werden.

In einer Pressemitteilung nach Veröffentlichung des Interviews betonte die AfD, die Äußerungen ihres Vorsitzenden seien kein Koalitionsangebot an CDU und FDP. Lucke habe mit seiner Erklärung, Koalitionen oder Tolerierungen kämen nur infrage bei grundlegender Änderung der Euro-Rettungspolitik, rote Linien ziehen wollen, die die AfD nicht überschreiten werde.

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, reagierte ablehnend auf die Äußerungen Luckes. "Für eine Zusammenarbeit mit der sogenannten Alternative für Deutschland sehe ich weder einen Anlass noch eine inhaltliche Grundlage", sagte er der "Bild"-Zeitung. Schon wegen der inhaltlichen Positionierung der Euro-Gegner stelle sich diese Frage für die CDU nicht, hieß es zudem in der Parteizentrale. "Das ist eine Verzweiflungstat einer immer unbedeutender werdenden Gruppierung, um erneut Aufmerksamkeit zu erregen", sagte FDP-Präsidiumsmitglied Wolfgang Kubicki zu Reuters.

Seite 1:

CDU wirft AfD „vergiftetes Angebot“ vor

Seite 2:

SPD: „Da träumt offenbar jemand“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%