Neonazi-Mordserie
Schlüsselfrau des Terror-Trios schweigt eisern

Was wusste der Verfassungsschutz von den rechtsextremen Terroristen? Welche politischen Ziele hatten sie? Diese Fragen kann wohl nur Beate Z. beantworten. Doch die Schlüsselfigur des Killer-Trios gibt nichts preis.
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DüsseldorfBeate Z. verabschiedete sich mit einem großen Knall. Doch was für die 36-jährige mutmaßliche Mörderin offenbar das Ende einer langen Serie unheimlicher Verbrechen war, wurde für die Bundesrepublik zum Anfang einer unheimlichen Erkenntnis. Am Nachmittag des 4. November verließ Z. ihr Wohnhaus in Zwickau, Minuten später äscherte eine Brandbombe das Gebäude ein. Inzwischen ist klar: Zusammen mit Uwe M. und Uwe B., die am selben Tag erschossen in einem Wohnwagen bei Eisenach gefunden wurden, soll Z. über ein Jahrzehnt lang eine rechtsextreme Terrorgruppe gebildet haben, der inzwischen mehr als zehn Morde an Einwanderern und ein Nagelbombenattentat zugerechnet werden - den „Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)“.

Nach und nach kommen neue Details, immer neue Taten ans Tageslicht, die auf das Konto der rechten Terroristen gehen sollen. Die Analyse der Bekenner-DVD des Trios „durch die Ermittler des Landeskriminalamtes hat jetzt Hinweise auf einen bisher unaufgeklärten Sprengstoffanschlag in der Kölner Innenstadt im Jahr 2001 ergeben“, teilte am Montag der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger mit. Damals war eine 19-jährige Deutsch-Iranerin bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Kölner Lebensmittelgeschäft schwer verletzt worden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Sonntag Haftbefehl gegen Z. wegen des dringenden Verdachts der Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit Mord und versuchtem Mord erlassen. Seit 1998 sollen Z., B. und B. im Untergrund eine rechtsextremistische Terrorzelle gebildet haben. Auf ihr Konto sollen die sogenannten Döner-Morde an acht türkischstämmigen Männer und einem Griechen in den Jahren 2000 bis 2006 und der Mord an einer Heilbronner Polizistin im April 2007 gehen. Z. soll ihre Wohnung in Brand gesetzt haben, „um Beweismittel zu vernichten“.    

Der Verdacht ist ungeheuerlich - nicht nur für die deutsche Öffentlichkeit und das Ansehen Deutschlands in der Welt, sondern vor allem auch für die Ermittler: er dürfte unheimlich schwer aufzuklären sein. Die einzige Person, die das könnte, ist Beate Z. Doch die schweigt bislang. Einem Zeitungsbericht zufolge will die mutmaßliche Rechtsterroristin nur unter der Bedingung einer Kronzeugenregelung aussagen. Die Frau mache ihre Zusammenarbeit mit der Polizei von einer Strafmilderung abhängig, hieß es in einem am Samstag vorab veröffentlichten Bericht der „Bild am Sonntag“. Vergangene Woche hatte sich Z. der Polizei gestellt.

Jemand anders können die Ermittler kaum fragen. Ihre beiden Männer, mit denen sie gemeinsam in dem Haus in Zwickau lebte, sind tot. Mit beiden hatte sie offenbar eine merkwürdige Dreiecksbeziehung: „Mal war sie mit dem einen zugange, mal mit dem anderen“ berichtet ein früherer Bekannter laut „Bild-Zeitung“. Beate Z. hat viele Trümmer hinterlassen in ihrem Leben. In denen haben die Ermittler allerdings Einiges gefunden, was eine Reihe brisanter Fragen aufwirft.

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„Taten statt Worte“

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