Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, lehnt die von der EU-Kommission vorgeschlagene Abtrennung der Strom- und Gasnetze von den Versorgern ab.
DÜSSELDORF. "Ich bezweifele, ob uns das wirklich weiter bringen würde. Wir sollten prüfen, ob die bereits eingeleitete Entflechtung, die Ausgliederung der Netztöchter in rechtlich eigenständige Firmen, nicht schon ausreicht", sagte Kurth dem Handelsblatt.
Die EU-Kommission hat in einem am Mittwoch vorgelegten Strategiepapier vorgeschlagen, die Energiekonzerne zum Verkauf ihrer Netze zu zwingen, um den schleppenden Wettbewerb anzukurbeln. Bislang müssen die Unternehmen nur ihre Netzaktivitäten in rechtlich eingenständige Gesellschaften ausgliedern.
"Der faire Netzzugang lässt sich auch gewährleisten, ohne dass die Unternehmen das Eigentum abgeben müssen", sagte Kurth. "Wir benötigen eben strikte und konsequente Zugangsregeln, gepaart mit einer funktionierenden Missbrauchsaufsicht." Speziell in Deutschland, wo es 900 Strom- und 700 Gasnetzbetreiber gibt, hält er den Vorschlag der EU-Kommission auch nicht für praktikabel.


