Netzentwicklungsplan
Berlin gibt grünes Licht für schnellen Netzausbau

Die Bundesregierung macht den Weg frei für einen schnelleren Stromnetzausbau. Zwar wird es weniger Trassen geben, doch die Leitungen sollen noch dieses Jahr in Betrieb gehen.
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BerlinDie Bundesregierung ebnet mit der finalen Fassung des Netzentwicklungsplanes den Weg für den beschleunigten Ausbau des Stromnetzes. Kern des Plans, der dem Handelsblatt vorliegt, ist eine vierseitige Liste mit insgesamt 51 priorisierten Vorhaben. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, wollen den Plan am Montag vorstellen.

Von ursprünglich 75 Vorhaben, die sich im ersten Entwurf des Netzentwicklungsplanes fanden, tragen in der finalen Fassung 51 Projekte den Bestätigungsvermerk, die restlichen Projekte sind nach Ansicht der Netzagentur nicht vordringlich. An erster Stelle der zu realisierenden Projekte finden sich die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ). Mit den HGÜ-Leitungen, die große Strommengen fast verlustfrei über große Distanzen transportieren können, beschreiten die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland Neuland. Im Entwurf des Netzentwicklungsplanes waren vier Korridore von Nord- nach Süddeutschland für HGÜ-Leitungen vorgesehen. Davon sind jedoch nur drei Korridore übrig geblieben. Die Netzagentur plant, dass die Leitungen bereits zum Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen.

Außerdem sieht der Plan in vielen Fällen die Verstärkung vorhandener Leitungen vor. Ein großer Teil dieser Verstärkungen soll bereits in den Jahren 2015, 2016 und 2017 fertiggestellt sein. Ähnlich sieht der Zeitplan für den Bau neuer Leitungen in konventioneller Technik aus.

Die Bundesnetzagentur hatte den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplanes gemeinsam mit den vier Übertragungsnetzbetreibern erstellt und Ende Mai Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. In den vergangenen Monaten wurde der Plan in einem zweistufigen Konsultationsverfahren vorgestellt und diskutiert. Betroffene Bürger, Verbände und Fachleute machten mehrere tausend Eingaben oder äußerten Kritik. Die Netzagentur hat nun auf der Basis der Änderungswünsche die finale Fassung des Planes erarbeitet. Der Plan listet alle erforderlichen Maßnahmen zum Ausbau des Übertragungsnetzes für die nächsten zehn Jahre auf.

 
Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Netzentwicklungsplan: Berlin gibt grünes Licht für schnellen Netzausbau"

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  • @Vandale:

    Wenn man die Folgekosten der eigenen Energieversorgung völlig ignoriert, kommt man natürlich auf Ihre Milchmädchenrechnungen. Spätestens mit HGÜ-Technik ist es übrigens kein Problem mehr, elektrische Energie wirtschaftlich über mehrere 1000 lm zu transportieren. Sobald wir ein leistungsfähiges HGÜ-Netz von den Shetlandinseln bis Sizilien und von den Wüsten Spaniens bis Finnland haben, ist Windstrom ausreichend grundlastfähig. Dann braucht es nur noch ein paar Pumpspeicherwerke, um Störungen und extreme Wetterverhältnisse abzufedern.

  • @Klimaterror:

    > Kernkraftwerke brauchen keinen grossen
    > Transportaufwand.

    Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Asse ausräumen ist auch ganz hübsch Aufwand.

    > (Gas und Erdöl sind nicht fossil!)

    Häh?

    > Wunschdenken, in Frankreich kostet eine kWh z.B.
    > 8,4 Cent

    Das hört sich auf, sobald unsere Nachbarn (und damit auch wir) den nächsten GAU haben. So verantwortungslos, wie die AKW in Frankreich betrieben werden, passiert das garantiert im Lauf der nächsten Jahrzehnte.

    > Es ist Fakt, Solaranlagen erzeugen in 25 Jahren nicht
    > den Energieaufwand der zur Herstellung erforderlich
    > war,

    Naja - Faktor 2-3 mehr als der Energieaufwand dafür kann es schon werden. Wir sehen die Fotovoltaik aber beide kritisch.

    > analog gilt das für die Windkraft.

    Das ist jetzt aber wirklich Bullshit!

    > Beide sind dazu umweltschädlich und zerstören die
    > Natur!

    Ich weiß: Bei Ihnen kommt der Strom aus der Steckdose.

    Ich habe mehrere Jahre in einem großen Steinkohle-Kraftwerk gearbeitet und weiß, was da raus kommt...

  • Hallo Avobert..Ihre Antwort an Klimaterror besteht grösstenteils aus Polemik und Beleidigungen.

    Vielleicht für diejenigen die gerne mehr wissen möchten:

    Günstiger Strom ist abseits einer die Mathematik ignorierenden Religion sicherlich wohlstandssteigernd als man die gleiche Produktmenge zu einem günstigeren Preis erhält.

    Bei der Stromerzeugung strebt man an die Kraftwerke möglichst nahe am Verbraucher zu errichten um Netzkosten und Netzverluste zu minimieren. Mit den Gegebenheiten in Deutschland ist das ein Umkreis von 50 - 200Km. Die Windstromeinspeisung erfolgt sowohl zeitlich als auch örtlich gemäss den Launen des Wetters.

    Abseits netter Studien die regelmässig nur den direkten Energieaufwand mehr, oder minder fair berücksichtigen und dabei ausser Acht lassen, dass Wind- und Solarstrom in einem bedarfsgesteuertem Netz weitgehend wertlos sind, kommen auf eine energetische Amortisation dieser Anlagen von ein paar Jahren. Sofern man den indirekten Aufwand, wie Arbeitsstunden, etc. addiert und notwendige Speicher addiert dürfte die Energiebilanz von Wind- und Solarenergie sehr negativ ausfallen. Sprich es bedarf mehr Energie Windstrom herzustellen als die Anlagen liefern.

    Vandale

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