Netzpolitik
Friedrich warnt vor Wirtschaftsspionage

Verbrecherorganisationen seien viel gefährlicher als ein Geheimdienst wie die NSA, warnt Innenminister Friedrich im Interview mit dem Handelsblatt. Er rät Unternehmen, jetzt massiv in die Sicherheit zu investieren.
  • 7

BerlinDie deutsche Wirtschaft muss nach Einschätzung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich viel mehr tun, um sich vor Wirtschaftsspionage zu schützen. „Die Unternehmen müssen wissen, dass Wirtschaftsspionage rasant zunimmt“, sagte der CSU-Politiker im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Ich hoffe sehr, dass die Unternehmensvorstände begreifen, dass sie massiv in die Sicherheit investieren müssen.“

Für Friedrich geht die Gefahr nicht zuerst von ausländischen Geheimdiensten wie der US-National Security Agency (NSA) aus. „Dieser ist durch seine gesetzlichen Befugnisse begrenzt und wird von Parlament und seinen Gremien kontrolliert“, sagte er. „Die eigentliche Gefahr stellen Verbrecherorganisationen dar, die die gleichen technischen Möglichkeiten ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz haben. Diese Verbrecher werden von niemandem kontrolliert.“ Gefahr gehe auch von Wettbewerbern aus, diese „können über das Internet mittlerweile oft sehr tief in Betriebsgeheimnisse eindringen“, so der CSU-Politiker.

Friedrich verteidigte die von Union und SPD geplante Vorratsdatenspeicherung. „Die Vorratsdatenspeicherung wird uns helfen, schwere Verbrechen besser aufzuklären“, sagte er. Kritik von Datenschützern entgegnete der Minister: „Nicht der Staat speichert die Daten, sondern die Telekommunikationsunternehmen speichern und löschen sie nach Fristablauf automatisch. Erst auf richterliche Entscheidung kann das Bundeskriminalamt von den Providern Auskunft über die Daten bekommen.“

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

Kommentare zu " Netzpolitik: Friedrich warnt vor Wirtschaftsspionage"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Absoluter Irrsinn wie diese unfähige Regierung in allen Bereichen (Europa, Sicherheit, etc..)
    Ihr eigenes Volk verarschen und für dumm verkaufen.

  • Herr Friedrich, bitte ersparen Sie uns weitere Episoden ihrer Inkompetenz und treten Sie von ihrem Amt zurück. Bevor Sie sich wstrafbar machen und die Konsequenzen ihres Handelns tragen müssen. Frontal 21, im ZDF, berichtet Gestern Abend über die von der NSA ausgeübte Wirtschaftsspionage zu Lasten deutscher und europäischer Unternehmen. Dezidierte Beispiele wurden dort aufgezeigt. Inkl. der Verwicklung von US Botschaftsangehörigen, die genau zu diesem Zweck in den Botschaften arbeiten. US Unternehmen bestellen z.B. geheime Ausschreibungsunterlagen von Mitbewerbern bei der respektiven US Botschaft und erhalten diese innerhalb von Stunden durch die NSA Mitarbeiter dort. Die US Botschaften dienen als Dependance des amerikanischen Geheimdienstes. Sie sprechen von Kriminellen? Das sind die Kriminellen, Herr Friedrich. Und ihre unverschämte Verschleierungstaktik gegenüber dem deutschen Volk, ihrem Arbeitgeber(!), stößt nun an strafrechtlich relevante Grenzen. Sie und ihre Kollegen schaden dem deutschen Volk und unserem Land. Fortgesetzt. Und zum alleinigen Zweck des eigenen Machterhalts. So wenig informiert, wie Sie vorgeben zu sein, kann man in ihrer Position gar nicht sein. Ergo, bezichtige ich Sie hier der Lüge, Herr Friedrich. Sehen wir uns vor Gericht?

  • Friedrich warnt vor Wirtschaftsspionage! Warum wert er sie nicht ab? Wurde ihm dies von der NSA untersagt? Seine Aufgabe ist diesem Treiben ein Ende zu machen, aber dieser Lakai der NSA, verkriecht sich lieber in ein Mausloch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%