Neu-Präsident Graumann
Generationswechsel beim Zentralrat der Juden

Der Zentralrat der Juden in Deutschland wagt einen Neuanfang. Das Präsidium der Organisation wählte am Sonntag in Frankfurt am Main den bisherigen Vizepräsidenten Dieter Graumann an die Spitze der Vertretung von rund 106 000 Menschen jüdischen Glaubens in der Bundesrepublik. Der 60-Jährige gilt als Hoffnungsträger
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HB FRANKFURT/MAIN. Dieter Graumann sprach unmittelbar nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland klare Worte: Eine „frische Perspektive für die jüdische Gemeinschaft“ sei nötig. Dazu hat eine deutlich verjüngte Führungsriege am Sonntag das Ruder übernommen. Neben dem 60 Jahre alten Graumann steht nach wie vor der 67 Jahre alte Salomon Korn als Vizepräsident. Neu ist der 56 Jahre alte Würzburger Arzt Josef Schuster, das „Küken“, wie er selber sagt.

„Wir bauen eine neue jüdische Gemeinschaft hier auf“, sagt Graumann. Er meint damit, dass die Integration der Juden aus dem Osten nötiger sei denn je. Schließlich stammen mittlerweile rund 90 Prozent der Juden in Deutschland aus dem Osten. Gleichzeitig will Graumann verstärkt auf die Jugend setzen: „Wir müssen Köpfe und Herzen unserer Jugend jetzt gewinnen.“ Im Ignatz-Bubis-Gemeindehaus in Frankfurt zeigen sich die Spuren junger Menschen - vom Jugendzentrum Amichai bis zur Krabbelstube.

Graumann hat als erster Präsident des Zentralrats den Nationalsozialismus und die Vernichtung von Millionen europäischer Juden nicht mehr selbst erlebt. Trotzdem ist ihm diese Erinnerung wichtig. Er fragt aber auch, ob die Juden immer nur Dauermahner sein sollen. Dem stellt er gegenüber, dass die jüdische Gemeinschaft künftig stärker sagen sollte, wofür sie ist und steht. Graumann nennt das eine „putzmunter ausgelebte Tradition“.

Nach der schwierigen Amtszeit der heute 78 Jahre alten Charlotte Knobloch, die an diesem Abend nicht öffentlich zu sehen ist, gilt Graumann als neuer Hoffnungsträger der Juden in Deutschland. Dem in Israel geborenen Immobilienkaufmann vertrauen die rund 105 000 Mitglieder der 108 jüdischen Gemeinden vor allem, wenn er auf seine nicht uneitle Art sagt: „Judentum ist eine Infusion der Stärke.“

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  • Da kann man nur hoffen, dass die ewige Hetze gegen Deutsche und die ständige Nazikeule mal ein Ende hat.
    Zu wünschen wäre es.
    Denn niemand in unsrem land hat was gegen jüdische Mitbüger. Die paar Prozent durchgeknallter Rechter sind vernachlässigbar, die gibt es in jedem Land. Eine gute gefestigte Demokratie muß mit so etwas fertig werden
    Jüdisches Leben hat immer zu Deutschland gehört. Noch nie habe ich erlebt, dass sich jemand an Synagogen stört. Sie gehören zu unserem Stadtbild wie unsere Kirchen auch.
    Graumans sagte mal vor einiger Zeit, Angriffe auf jüdische Schüler und Schmierereien an Synagogen kämen zunehmend von Moslems und auch das stimmt.
    Knobloch jedoch hat sich zum Teil auf islamiche Seite geschlagen, wenn von bürgern mal Kritik an den Riesenmoscheen kam. Dies war alles andere als hilfreich und einfach nur dumm. Sympathien bei den Deutschen hat sie damit nicht erreicht
    Frau Kobloch hat in der deutschen bevölkerung Aversionen geschürt, die einem guten Zusamemnleben nicht zuträglich sind.
    Also hoffen wir, dass es besser wird.
    Denn mal muß unter die Geschichte auch ein Strich gemacht werden.
    Was ja nicht heißt, dass sie vergessen wird. Aber jeden Tag muß man das nicht aufs butterbrot bekommen.
    Ein Zuviel kann sehr schnell das Gegenteil bewirken und auf diesem Weg war Knobloch.
    Gut, dass sie endlich weg ist
    Selbst die Tochter von Galinski hat ja den Knobloch-ZdJ massiv deswegen kritisiert
    Die Geschichte muß unsren Kindern in den Schulen wertfrei und vor allem unideologisch vermittelt werden, aber das ständige Geprügel mit der Nazikeule trägt nicht zur Versöhnung bei.
    Hoffen wir also auf einen guten Neuanfang

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