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06.08.2007 
Reformen zeigen Wirkung

Neu-Rentner müssen sich mit weniger Geld begnügen

Die Zahlungen für Neu-Renter sind stark gesunken – Grund sind die Reformen seit Mitte der neunziger Jahre. Allerdings wechseln auch viele Erwerbstätige vorzeitig in den Ruhestand und nehmen Abschläge in Kauf. Wie die Rentenzahlungen zu bewerten sind, ist deshalb in der Politik deshalb umstritten.

Frauen sind von den verringerten Renten weniger betroffen als Männer. Foto: dpaLupe

Frauen sind von den verringerten Renten weniger betroffen als Männer. Foto: dpa

HB/str BERLIN. Die Rentenzahlungen für Neu-Rentner sind in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Zum Teil betrugen die Minderungen mehr als 14 Prozent. Entsprechende Zahlen bestätigte der Sprecher der Deutschen Rentenversicherung, Dirk von der Heide, am Wochenende in Berlin. Für Frauen fallen die Verluste weniger heftig aus als für Männer.

Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor aus neuem Datenmaterial der Rentenversicherung zitiert. Demnach verfügt ein männlicher Rentner, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen ist, über eine durchschnittliche Nettorente von 790 Euro, im Osten liegt der Wert bei 836 Euro. Noch vor sieben Jahren erhielt ein Neu-Ruheständler dagegen im Schnitt 883 Euro in Ost und West. Dies entspreche einem Rückgang von 10,5 Prozent im Westen und 5,3 Prozent im Osten.

Gründe für die Minderungen sind unter anderem eine Reihe von Reformen von der zweiten Hälfte der neunziger Jahre bis heute. Nach den Worten von der Heides machen außerdem immer mehr Menschen von der Möglichkeit eines vorzeitigen Rentenbeginns Gebrauch, der jedoch mit Abschlägen verbunden sei. So seien im vergangenen Jahr 50 Prozent der Renten mit Abschlägen belegt gewesen. Dies mindere die Zahlbeträge der Renten. Darüber hinaus seien die Auszahlungen an die Senioren durch die hohen Krankenkassen- und Pflegebeiträge belastet gewesen. Nicht zuletzt arbeiteten immer weniger Menschen ihr ganzes Leben lang ohne Unterbrechungen. Zeiten der Arbeitslosigkeit etwa minderten die Rente ebenfalls.

Noch drastischer fielen die Einbußen bei den Erwerbsminderungsrenten aus. Wer 2006 erstmals diese Rente bezog, erhielt im Schnitt 667 Euro (Ost: 601 Euro). Im Jahr 2000 waren es noch 789 Euro (Ost 687 Euro) gewesen. In diesem Segment beträgt der Rückgang 14,5 Prozent (Ost 12,5 Prozent). 2001 wurden Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsunfähigkeitsrente durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Diese umfasst die Rentenarten „Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung“ und „Rente wegen voller Erwerbsminderung“.

Frauen sind von den verringerten Renten nicht so stark betroffen wie Männer. Das liegt an der steigenden Berufstätigkeit von Frauen und an einer besseren Anrechnung der Kindererziehungszeiten. Die durchschnittliche Zahlung für eine Neu-Rentnerin sank um 5,8 (Ost: 2,8 Prozent) auf 434 Euro (Ost: 660). Bei den Erwerbsminderungsrenten betrug der Rückgang 4,5 (Ost: 6,3) Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der DGB sieht sich in seiner Forderung bestärkt, die Rente mit 67 zu stoppen.

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