Neue Bafög-Regeln
Arbeitgeber stärken Studenten den Rücken

Die Arbeitgeber reagieren auf die überraschende Ankündigung von Bildungsministerin Annette Schavan, das Bafög anders als geplant jetzt doch zu erhöhen: Studierende aus weniger wohlhabenden Familien sollten ihr Bafög künftig als nicht-rückzahlbaren Zuschuss erhalten.
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BERLIN. Das fordert der Verbindungsmann der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) zu den Hochschulen, Thomas Sattelberger. „Wer studierfähig ist, muss auch studieren können“, sagte der Telekom–Personalvorstand dem Handelsblatt.

Damit reagiert Sattelberger auf die überraschende Ankündigung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), das Bafög anders als geplant nun doch zu erhöhen. Vor Beginn der Studentenproteste hatte Schavan dies noch abgelehnt. Bisher wird Bafög zur Hälfte als Kredit vergeben.

Um aber Leistungsanreize nicht zu zerstören, dürften die geplanten Stipendien des Bundes und der Wirtschaft für die Besten keinesfalls auf das Bafög angerechnet werden, sagte Sattelberger dem Handelsblatt. „Zudem müssen flächendeckend verlässliche Studienkredite verfügbar sein“.

Der Präsident des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, stärkte den protestierenden Studenten den Rücken: „Sie betonen zu Recht, dass ein Wechsel zwischen den Hochschulen immer noch schwierig ist. Wer heute einen Schein in Köln macht, kann nicht sicher sein, dass dieser in München anerkannt wird.

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  • @ Lieber3103

    Eine Ausrichtung des Schulsystems auf ein Studium bringt eine industrienation wie D in Schwierigkeiten, weil es neben Studierten keine Fachkräfte mehr gibt, die das Erdachte umzusetzen in der Lage sind und ihre praktischen Erfahrungen mit einbringen können. in der Schule muß insofern mehr beachtung auch auf die handwerklichen Fähigkeiten gelenkt werden, damit Theorie und Praxis auch zusammenarbeiten können und sich nicht in verschiedenen Welten bewegen. Zur Zeit läuft die bildungspolitik darauf hinaus, fast jeden Schüler zu einem Studium bringen zu wollen. Es studieren junge Menschen, die besser in einem handwerklichen beruf aufgehoben wären und an ihrem späteren Arbeitsplatz, trotz Studiums, keine Freude finden werden. ihnen fehlen vorher die Orientierungsmöglichkeiten, weil sie schon von ihren Lehrern in ein Studium gedrängt und über die Lehrpläne mit viel zu viel Theorie belastet werden ohne zu erfahren, wie und wo das Gelehrte Anwendung findet.
    Das derzeitige Schulsystem entläßt zu viele, die nicht für die duale Ausbildung geeignet sind, weil ihnen in der Schule nicht einmal ordentliche Grundlagen vermittelt werden, sie nicht dazu angeregt werden, neugierig zu sein, nach Zusammenhängen zu suchen. Diese Kinder werden vielfach als Störfaktor wahrgenommen.
    Wir sollten uns auf uns selbst besinnen und nicht ständig nach vermeintlich Erfolgreichen suchen um sie nachzuahmen.
    Der Politik fehlt die Einsicht zu einer bildungsreform die nicht erst in der Hochschule ansetzt, sondern im Kindergarten, politische ideologien stehen dem im Wege. Runde Tische werden da nicht weiterhelfen, sie sind für mich Quasselbuden von denen es schon zu viele gibt.
    Die Erhöhung des bafög ist Aktionismus der nicht zur Lösung beiträgt.

  • Wir benötigen in Deutschland einen gesellschaftlichen Diskurs in Punkto bildung.

    Es reicht meiner Meinung nicht aus an einer Ecke der bildungspolitik den Reformweg anzufangen, zu korrigieren oder fortzusetzen.

    bildungspolitik fängt im Kindergarten an und führt über das Schulsystem, die duale Ausbildung, das Studium zu einem "lebenslangen Lernen" der Fortbildung, Weiterbildung und dem Ablegen von Qualifikationen.

    Diese Erkenntnis des Reformbedarfs und der notwendigen Finanzierung - die gesellschaftlich gelöst werden muss - ist weder in unserer Gesellschaft, noch in der Politik angekommen. Es wird stattdessen immer wieder ein Manko durch das Umschichten an anderer Stelle ersetzt.

    Meiner Meinung nach sind die Ziele des bolognia Prozesses richtig und wichtig, die Umsetzung sehr mangelhaft. Zur Optimierung der Hochschulstrukturen sollten sich Hochschullehrer, Studenten, Vertreter der Wirtschaft, Weiterbildungsinstitute, Eltern, Vertreter von Ausländern u. ausländischen Studenten und Politiker an einen "Runden Tisch der bildung" zusammenfinden.

    Denken heisst vergleichen - vielleicht sollte man auch von Erfahrungen "erfolgreicher Länder" lernen. Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Universitätsansätze diskutieren und ein "ganzheitliches Reformpaket" beschließen.

    Momentan sieht es eher aus, dass die Studis durch die Erhöhung des bafögs und den teilweisen Erlass der Rückzahlung beruhigt werden. Die Politik und die Gesellschaft verliert aber Zeit um über eine "echte und wirksame Reform des bildungsstandortes Deutschlands" nachzudenken.

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