Neue BAMF-Chefin: Merkels Asyl-Managerin

Neue BAMF-Chefin
Merkels Asyl-Managerin

Jutta Cordt heißt die neue Chefin des Flüchtlingsamtes BAMF. Die künftige Flüchtlingspolitik bestimmt ihr künftiges Arbeitspensum. Viel Zeit für ihr Hobby bleibt der 53-Jährigen auf jeden Fall nicht.
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BerlinJutta Cordt ist jetzt die oberste Asylmanagerin Deutschlands. Aber eine Positionierung zur Flüchtlingspolitik darf man von ihr nicht erwarten. Ob sie es richtig finde, dass junge Asylbewerber aus einer Ausbildung heraus abgeschoben werden, will der Interviewer vom Bayerischen Rundfunk von der neuen Chefin des Nürnberger Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wissen. Die Antwort der Parteilosen: „Das ist eine Entscheidung, die politisch zu treffen ist, und die mir als Leiterin der Behörde nicht zusteht.“

Cordt setzt um, was die Bundesregierung ihr vorgibt. Hauptaufgabe der 53-jährigen Juristin wird dabei die Integration der rund 1,2 Millionen Flüchtlinge sein, die in den zurückliegenden zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind. Aufbauen kann sie dabei auf der Arbeit ihres Vorgängers Frank-Jürgen Weise, der das anfängliche Flüchtlingschaos seit Herbst 2015 in einigermaßen geordnete Bahnen gelenkt hatte.

So haben die Mitarbeiter des BAMF im abgelaufenen Jahr knapp 696.000 Asylverfahren entschieden – rund zweieinhalb Mal so viele wie im Vorjahr. Bei Neuanträgen dauert ein Verfahren im Schnitt noch rund drei Monate; sieht man von den Altfällen ab, ist das politische Ziel bereits erreicht. Inzwischen trifft das BAMF Monat für Monat mehr Entscheidungen, als neue Anträge gestellt werden. „Die Entwicklung des BAMF ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Donnerstag bei der feierlichen Verabschiedung des Behördenchefs.

Sein Ziel, den aufgelaufenen Antragsstau bis Ende vergangenen Jahres abzuarbeiten, hat Weise, der dem BAMF als Berater verbunden bleibt, allerdings nicht erreicht. In Cordts Behörde stapeln sich zum Jahresbeginn noch 434.000 unerledigte Fälle. Dass ihren Mitarbeitern, deren Zahl von anfänglich 2.500 fast vervierfacht wurde, schon bald die Arbeit ausgehen könnte, muss die zierliche Frau mit der dunklen Kurzhaarfrisur also nicht fürchten.

Für die Herausforderungen, die noch auf sie warten – vor allem die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt – ist die in der Ruhrpott-Stadt Herne geborene Juristin bestens gerüstet. Nach einem Rechtsreferendariat in den USA verbrachte sie fast ihr gesamtes bisheriges Berufsleben in der Arbeitsverwaltung. Nach Abteilungsleiterjobs in den Arbeitsämtern Duisburg und Hagen wechselte Cordt in die Nürnberger Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA). Sie wirkte in der Geschäftsstelle der Hartz-Kommission , die Gerhard Schröders Arbeitsmarktreformen vorbereitete und anschließend zurück in die Arbeitsverwaltung, diesmal nach Ravensburg. Seit 2003 leitete Cordt, die mit einem BA-Kollegen verheiratet ist, verschiedene Regionaldirektionen der Arbeitsagentur, erst im Saarland, dann in Sachsen, zuletzt in Berlin-Brandenburg. Seit Oktober 2015 arbeitete Weise, mit dem Cordt seit 15 Jahren eng zusammenarbeitet, seine Nachfolgerin beim BAMF ein.

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  • Das BAMF hat mit diesem Werbevideo die Lawine losgetreten:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article145792553/Der-Werbefilm-fuer-das-gelobte-Asylland-Germany.html

    Das Video wurde auf viele Sprachen übersetzt im Internet zugänglich gemacht. Es zeigt geradezu idyllische Verhältnisse in Deutschland. Man muss fast bis zum Ende gucken, um feststellen zu können, daß man auch wieder abgelehnt werden kann. Das Video wurde 2014 veröffentlicht und sicherlich millionfach angeklickt. Bravo BAMF!

  • Erfrischend ist der Satz.."Auf rund 10.000 Beschäftigte ist ihre Behörde mittlerweile angewachsen. Zu viele, wenn in nicht allzu ferner Zukunft der Antragsstau abgearbeitet sein wird und die Flüchtlingszahlen dauerhaft so niedrig bleiben wie zurzeit".

    Soweit mir bekannt kamen 2016 300.000 Einwanderer als sogenannte "Flüchtlinge" zzgl. andere Einwanderer. Diese haben dann künfitg Anspruch auf Familiennachzug, entsprechend > 1 Mio. Bei Geburtsjahrgängen von 700.000 bzw. 400.000 Kindern ohne Migrationshintergrund reicht dies für eine Umvolkung in 20 Jahren.

    Mittlerweile haben sich auf der Balkanroute, in Italien und Nordafrika > 1 Mio. potentielle Einwanderer aufgestaut. Es ist sehr wahrscheinlich dass die Tore nach der Bundestagswahl geöffnet werden und die Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde dringend gebraucht werden.

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