Neue BAMF-Chefin
Merkels Asyl-Managerin

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„Nur hinten mitfahren find ich langweilig.“

Für Innenminister de Maizière ist die erfahrene Verwaltungsmanagerin eine Idealbesetzung an der Spitze der Flüchtlingsbehörde. Sie könne Verfahren beschleunigen und Menschen integrieren, wie sie in ihrer BA-Zeit bewiesen habe, lobte der Innenminister. Sie habe schon während ihrer Einarbeitungszeit „Mut und Tatkraft bewiesen, sagte de Maizière – „zwei der wichtigsten Voraussetzungen, um dieses Amt zu leiten“. Dass Cordt durchaus gerne zeigt, wo es langgeht, hat sie nicht nur in ihren bisherigen Jobs, sondern auch in ihrer Freizeit bewiesen. Zunächst saß sie als Sozia auf dem Motorrad ihres Mannes. Doch irgendwann kaufte sie sich ihre eigene Moto Guzzi: „Nur mitfahren hinten fand ich langweilig.“

Für ihr Hobby bleibt künftig aber noch weniger Zeit als bisher schon. Schon die Arbeitsmarktintegration der Flüchtlinge wird die Verwaltungsexpertin künftig genug einspannen. Auf längere Sicht wird sie sich aber wohl auch mit der beruflichen Zukunft vieler ihrer eigenen Mitarbeiter beschäftigen müssen. Auf rund 10.000 Beschäftigte ist ihre Behörde mittlerweile angewachsen. Zu viele, wenn in nicht allzu ferner Zukunft der Antragsstau abgearbeitet sein wird und die Flüchtlingszahlen dauerhaft so niedrig bleiben wie zurzeit. Weise hatte BAMF-Mitarbeitern, die nur befristet eingestellt wurden, eine Wechselmöglichkeit in die BA in Aussicht gestellt.

Vielleicht werden die vielen Asylentscheider aber irgendwann doch wieder gebraucht, sollten die Flüchtlingszahlen wieder anschwellen. Dass im vergangenen Jahr nur 280.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen seien, liege vor allem am EU-Türkei-Abkommen und an der geschlossenen Balkanroute, hatte de Maizière diese Woche erklärt. Offen ist aber, wie lange der Türkei-Deal hält und wie viele Flüchtlinge auf die gefährliche Mittelmeerroute ausweichen. In beiden Fällen ist es zuerst die Politik, die handeln muss. Cordts Behörde wird gerüstet sein – wie auch immer die Entscheidung in Berlin ausfällt.

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  • Das BAMF hat mit diesem Werbevideo die Lawine losgetreten:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article145792553/Der-Werbefilm-fuer-das-gelobte-Asylland-Germany.html

    Das Video wurde auf viele Sprachen übersetzt im Internet zugänglich gemacht. Es zeigt geradezu idyllische Verhältnisse in Deutschland. Man muss fast bis zum Ende gucken, um feststellen zu können, daß man auch wieder abgelehnt werden kann. Das Video wurde 2014 veröffentlicht und sicherlich millionfach angeklickt. Bravo BAMF!

  • Erfrischend ist der Satz.."Auf rund 10.000 Beschäftigte ist ihre Behörde mittlerweile angewachsen. Zu viele, wenn in nicht allzu ferner Zukunft der Antragsstau abgearbeitet sein wird und die Flüchtlingszahlen dauerhaft so niedrig bleiben wie zurzeit".

    Soweit mir bekannt kamen 2016 300.000 Einwanderer als sogenannte "Flüchtlinge" zzgl. andere Einwanderer. Diese haben dann künfitg Anspruch auf Familiennachzug, entsprechend > 1 Mio. Bei Geburtsjahrgängen von 700.000 bzw. 400.000 Kindern ohne Migrationshintergrund reicht dies für eine Umvolkung in 20 Jahren.

    Mittlerweile haben sich auf der Balkanroute, in Italien und Nordafrika > 1 Mio. potentielle Einwanderer aufgestaut. Es ist sehr wahrscheinlich dass die Tore nach der Bundestagswahl geöffnet werden und die Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde dringend gebraucht werden.

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