Neue Berater für Christian Lindner
Prominente Unternehmer wollen FDP unterstützen

Der Personalberater Jochen Kienbaum und der Biotech-Investor Roland Oetker wollen die FDP künftig inhaltlich beraten und öffentlich bewerben. Sie gehören zu den Initiatoren des neuen „Netzwerks Liberale Agenda 2025“.
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BerlinDie angeschlagene FDP bekommt Unterstützung durch prominente Unternehmer. Der Personalberater Jochen Kienbaum und der Biotech-Investor Roland Oetker zählen nach Informationen des Handelsblatts (Mittwochausgabe) zu den Initiatoren des neuen „Netzwerks Liberale Agenda 2025“, das die Parteiführung um den Vorsitzenden Christian Lindner künftig beraten soll. Die Mitglieder wollen bis Anfang März Vorschläge zur inhaltlichen Ausrichtung machen und teils auch öffentlich für die Partei werben.

Das neue Netzwerk aus mehr als 40 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur kommt am Dienstagabend in Dortmund zu seinem zweiten Gründungstreffen zusammen. Die Namen der Mitglieder werden bislang vertraulich behandelt.

Lediglich Marie-Christine Ostermann, Chefin des Lebensmittelgroßhändlers Rullko und zugleich FDP-Schatzmeisterin in Nordrhein-Westfalen, hat sich öffentlich dazu bekannt. Sie hatte die Idee des Netzwerks entwickelt, um neue Köpfe für die Partei zu gewinnen. „Wir brauchen einen starken politischen Liberalismus in Deutschland“, sagte Ostermann.

Kienbaum, Geschäftsführer der gleichnamigen Personalberatung, und Oetker, Spross der Lebensmitteldynastie, treten als Mitinitiatoren auf. Beide wollten sich noch nicht zu ihrem Engagement für die Partei äußern. FDP-Chef Christian Lindner begrüßt die Initiative ausdrücklich: „Mir ist daran gelegen, neue Köpfe und Kompetenz aus der Praxis für die Arbeit der FDP zu nutzen“, sagte er dem Handelsblatt.

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

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  • Lindner begreift nicht, dass er mit diesen Beratern wieder falsche Götzen sich ins Boot holt. Die FDP ist aus den Parlamenten geschmiessen worden, weil die Bevölkerung neolibertäre Politik leid war. Wer sich jetzt mit Beratern aus diesem neolibertären Milieu umgibt, verprellt mehr als er sich gutes tut. Allerdings ist es für die FDP auch nicht ganz einfach. Besagtes neolibertäres Beraterklientel ist nun mal der letzte Rest der FDP-Anhängerschaft, und außerdem braucht die FDP den Zaster dieser Leute. Eine tödliche Kombination ohne Ausweg, die der FDP wohl den letzten -verdienten-Dolchstoß auf dem Weg zur Zerstörung verpassen wird. Ich bedauere dies indes nicht. Sie hat sich als rückwärtsgewandte neolibertäre Kraft einfach im Poltikspektrum Deutschlands überlebt.

  • Das ist wieder typisch in unserem Land. Da möchten sich Bürger engagieren und es folgt als Erstes eine Flut negativer und zynischer Kommentare. Nur sehr wenige in unserem Land engagieren sich ohne eigene Interesse zu verfolgen und sei es nur um aus der Masse wahrgenommen zu werden. Wir sollten froh sein nicht, wenn sich Unternehmer und Persönlichkeiten einbringen und unser Land nicht nur von Lehrern und Rechtsanwälten gestaltet wird. Es leichtfertig als Lobbyismus der Reichen abzufertigen ist naiv und zeugt nicht von intellektueller Reife. Und nebenbei angemerkt, was soll die FDP denn machen, sich auflösen? Die Liberalen mögen aktuell nicht en vogue sein, ihre politische Wurzeln und ihr Engagement haben Deutschland in den letzten sechs Jahrzehnten durchaus vorangebracht.

  • Richtig. Wir brauchen eine echte liberale Partei und keine Klientelpartei für Notare und Apotheker.

    Die AfD ist zwar eine Alternative aber gerade in Puncto Familienbild etc. zu konservativ. Eine AfD mit Hr. Lucke ohne Fr. von Storch & Co. wäre eine wirklich gute Alternative!

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