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22.04.2008 

Dass sie ideologische Grabenkämpfe ablehnt, hat auch mit ihrer Persönlichkeit zu tun. Weder di Mauro sucht nicht das Licht der Schweinwerfer. Während Bert Rürup als Vorsitzender der fünf Weisen mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein zu allem und jedem etwas zu sagen weiß, hüllt sich Weder di Mauro - trotz ihres öffentlichen Amtes - lieber in Schweigen, wenn es nicht gerade um ihr ureigenes Forschungsgebiet, die Finanzmärkte und internationalen Kapitalbewegungen, geht. Wo Rürup die Medien professionell bedient, wirkt Weder di Mauro verschüchtert.

Dennoch: Aus der Ruhe bringen lässt sie sich nicht. Im Sachverständigenrat war es nicht zuletzt ihrem ausgleichenden Gemüt zu verdanken, dass der Streit zwischen den Wirtschaftsweisen Peter Bofinger und Wolfgang Wiegard, in dem es neben sachlichen auch um persönliche Differenzen ging, ohne große Kollateralschäden rasch beigelegt wurde.

Auch Claudia Buch mag es nicht, wenn viel Aufhebens um ihre Person gemacht wird. In der Presse liest sie lieber etwas über ihre Arbeit als über sich selbst. Sie weiß, dass Öffentlichkeitsarbeit in eigener Person viel Zeit kostet. Die steckt sie lieber in die Wissenschaft. "Claudia Buch ist mit der Forschung verheiratet", sagt einer, der sie gut kennt. Ihre Kollegen aus ihrer Zeit als Forscherin am Kieler Institut für Weltwirtschaft, wo sie promoviert und habilitiert hat, haben sie als "extrem gut organisierte und effizient arbeitende Forscherin" in Erinnerung.

Ohne diese Effizienz könnte Buch die hohe Arbeitsbelastung auch kaum stemmen, die nicht nur mit der Professur und dem Vorsitz beim wissenschaftlichen Beirat, sondern auch mit ihrem Job als Direktorin des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen verbunden ist. Das IAW, ein 1957 gegründeter unabhängiger Thinktank mit etwa 15 Wissenschaftlern, hat es sich zur Aufgabe gemacht, wirtschaftspolitische Beratung auf wissenschaftlich fundierter Basis anzubieten. So ist das IAW, dessen prominentester Ex-Mitarbeiter wohl Bundespräsident Horst Köhler ist, im Regierungsauftrag an der Evaluierung der Hartz-IV-Reformen beteiligt.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die trügerische Präzision der Klimaexpertin.

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