Neue Hinweise
Spur der Zwickauer Zelle führt ins Saarland

Fieberhaft werten die Ermittlungsbehörden neue Hinweise zur rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) aus. Eine Spur führt ins Saarland.
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Berlin/LübeckNach dem öffentlichen Fahndungsaufruf der Bundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamts (BKA) sind jetzt insgesamt 408 Hinweise zur Rechtsterror-Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) eingegangen. Das teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Hinweise seit vergangener Woche um rund 170. Am Donnerstag hatten Generalbundesanwalt Harald Range und BKA-Chef Jörg Ziercke auf einer Pressekonferenz die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.

Unterdessen führt eine Spur der Zwickauer Neonazi-Gruppe ins Saarland. Staatsanwaltschaft und Polizei verfolgen Hinweise, wonach die Rechtsextremisten in den Anschlag auf die Saarbrücker Wehrmachtsausstellung 1999 sowie zahlreiche Brandanschläge in der Stadt Völklingen verwickelt sein könnten. Sowohl SPD und Linke als auch die CSU erneuerten am Montag ihre Forderung nach einem Verbot der NPD. Streit gibt es über die parlamentarische Aufklärung der Taten des Neonazi-Trios.

Nach Angaben des Saarbrücker Generalstaatsanwalts Ralf-Dieter Sahm gibt es bei der Wehrmachtsausstellung eine Spur, die zu der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) führen könnte. Eine Ermittlungsgruppe unter Leitung der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts gehe dem nach. Sahm sagte, bei den Akten zum Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung gebe es „eine Reihe interessanter Details“, die auf eine Verbindung zu dem Trio aus Zwickau hindeuten könnten. Er fügte hinzu: „Ich betone ausdrücklich: könnte. Konjunktiv.“

Bei den Brandanschlägen in Völklingen ist laut Sahm bisher kein Zusammenhang erkennbar. Doch werde untersucht, ob es einen rechtsextremen Hintergrund gebe. In der Stadt waren zwischen 2006 und 2011 Häuser angezündet worden, die vorrangig von türkischen Einwanderern bewohnt waren. Bei den Bränden wurden 20 Personen verletzt und es entstand hoher Sachschaden.

Ein mutmaßlicher Rechtsextremist wusste möglicherweise bereits 2005 von der Terrorzelle. Das gehe aus Daten rechtsextremer Internet-Foren hervor, berichtete vorab das ARD-Magazin „Fakt“, dass am Dienstagabend ausgestrahlt werden soll. Internet-Experten der Schweizer Gruppe „Antifa Bern“ hätten die Daten auf Namen im Umkreis der Terrorzelle hin analysiert.

Es habe sich gezeigt, dass der verdächtige Thomas G. aus Thüringen in den Foren das Passwort „struck-mandy“ benutzte. Die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe habe sich im Untergrund als Mandy Struck ausgegeben, um ihre Identität zu verschleiern.

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