Neue Partei vom Tisch
CDU-Konservative gründen Außenseiterkreis

Eine neue Partei rechts der CDU wird es wohl doch nicht geben. Statt aus der „Unionsfamilie“ auszutreten wollen sich die Kritiker zusammentun und dafür sorgen, dass sich die Wahlergebnisse der Partei wieder bessern.
  • 13

BerlinEine neue konservative Partei neben der CDU wird es wohl doch nicht geben. Abgewunken haben offenbar einige, die als potenzielle Unterstützer einer Partei der Euro-Gegner galten, die der frühere oberste Industrielobbyist Hans-Olaf Henkel immer wieder ins Spiel gebracht hatte. Friedrich Merz zum Beispiel. Für solch eine Neugründung steht der frühere Unionsfraktionschef nicht zur Verfügung.

Um ganz sicherzugehen, teilte Merz dies Hans-Olaf Henkel auch schriftlich mit: "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie meinen Namen im Zusammenhang mit einer Neugründung einer Partei möglichst nicht weiter nennen würden", zitiert das Magazin "Focus" aus einem Schreiben von Merz an den früheren Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Henkel.

Henkel ist vor allem als Autor und Euro-kritischer Gast in Talkshows aktiv. Er hat wiederholt laut über die Gründung einer neuen Partei nachgedacht, falls der FDP-Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung scheitern sollte. Merz schrieb an Henkel, er halte die Gründung einer Partei für "schädlich" und teile auch seine Vorstellungen zur Euro-Zone nicht. Am Donnerstag stellt sich der neue Kreis der CDU vor.

Es gab noch ein paar andere, die für die neue Partei gehandelt wurden. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach, gehörte dazu, der als Rettungsschirm-Kritiker von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hart angegangen worden war mit den Worten: "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen." Oder der frühere hessische Justizminister Christean Wagner.

Wenn man den neuesten Vorstoß der Herren aber richtig interpretiert, scheint das passé. Denn die von Merkels Modernisierungskurs enttäuschten Konservativen und die Euro-Kritiker in der CDU haben ein neues Forum kreiert. An diesem Donnerstag stellt sich offiziell der neue "Berliner Kreis" um den hessischen Fraktionschef Christean Wagner vor.

Seite 1:

CDU-Konservative gründen Außenseiterkreis

Seite 2:

Einen Beitrag leisten, um die Wahlergebnisse zu verbessern

Kommentare zu " Neue Partei vom Tisch: CDU-Konservative gründen Außenseiterkreis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein Bestandteil von Merkels Lügenverein. Und wird eh mit untergehn. Brauch man nicht. Schnee von vorgestern.

  • Entweder will man die Macht, also greift man danach. Alles andere ist alter Wein in neuen Schläuchen. Betrug des Wählers mit einem konservativen Anstrich, der morgen schon wieder weg ist.

  • "Mögen hätt ich schon wollen,
    aber dürfen habe ich mich nicht getraut."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%