Neue Pisa-Studie
Deutsche schwächeln weiter in Mathe

Licht und Schatten an den Schulen. Laut der heute offiziell vorgestellten Pisa-Studie liegen deutsche Schüler bei Naturwissenschaften und Umweltwissen im internationalen Vergleich vorn. Ganz anders sieht es allerdings in zwei weiteren wichtigen Fächern aus.

HB BERLIN. Die internationalen OECD-Bildungsforscher sehen sechs Jahre nach dem deutschen Pisa-Schock wenig Verbesserungen an den Schulen der Bundesrepublik. Beim wichtigen Leseverständnis sowie in der Mathematik gebe es nach dem neuen Schulleistungstest für Deutschland kaum messbare Fortschritte, heißt es in der heute vorgelegten weltweiten Pisa-Studie. Erfreulich seien allerdings die eindeutigen Stärken des deutschen Schulsystems mit einem lebensnahen Unterricht in den Naturwissenschaften.

Nach dem Pisa-Bericht ist die Schulsituation für Ausländerkinder der sogenannten zweiten Generation in keinem anderen Industriestaat der Welt so problematisch wie in Deutschland. Diese bereits in der Bundesrepublik geborenen Kinder von Migranten lägen mit ihren Lernleistungen im Schnitt knapp zweieinhalb Schuljahre hinter ihren gleichaltrigen deutschen Mitschülern zurück. „In puncto Chancengleichheit hat Deutschland noch große Defizite abzubauen“, heißt es in der Erklärung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die deutschen Kultusminister sehen hingegen ihre Schulen auf dem Weg nach vorn. „Der positive Trend setzt sich fort“, hieß es am Montagabend bei einem vorbereitenden Treffen der Schulminister der 16 Bundesländer. Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Berlins Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) sieht in den deutschen Ergebnissen „keinen Grund zum Jubeln - aber zur Zuversicht“. Pisa wie auch die in der Vorwoche vorgelegte weltweite » Iglu-Grundschulstudie zeige, dass die deutschen Schulen auf dem richtigen Reformweg seien, sagte Zöllner. „Trotz der Erfolge dürfen wir aber die Augen nicht vor den nach wie vor bestehenden Herausforderungen beim Abbau der sozialen Unterschiede verschließen.“

Bei Pisa 2006 waren weltweit mehr als 400 000 Schüler aus 57 Staaten getestet worden. Für Wirbel hatte im Vorfeld der Veröffentlichung ein Bericht gesorgt, nach dem in manchen Staaten an Schüler Prämien für die Teilnahme am jüngsten Pisa-Studie gezahlt wurden. Demnach sollen in den USA Schüler 50 Dollar erhalten haben.

Pisa-Koordinator Manfred Prenzel beschwichtigte: „Das verzerrt nicht die Ergebnisse“, sagte er am Dienstag im ZDF- „Morgenmagazin“. In einigen Staaten gebe es an den Schulen wesentlich mehr externe Tests als in Deutschland. „Bei denen besteht dann auch eine richtige Testmüdigkeit.“ Anders als in Deutschland könnten sich dort die Schulen auch weigern, an Pisa teilzunehmen. „Dann versuchen die nationalen Koordinatoren Anreize zu schaffen, um sicherzustellen, dass die per Zufall ausgewählten Schulen und Schüler tatsächlich am Test teilnehmen. Wenn das nicht passiert, verzerrt man ja die Ergebnisse“, sagte Prenzel.

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