Neue Rechtschreibung: Korrigierte Schreibreform gilt ab August

Neue Rechtschreibung
Korrigierte Schreibreform gilt ab August

Ab dem 1. August werden die rund zwölfeinhalb Millionen Schüler in Deutschland wieder neue Rechtschreibregeln lernen müssen. Reformgegner meldeten sich erneut mit Kritik zu Wort.

ap BERLIN. Rund sieben Monate nach der Einführung der Reform hat der Vorsitzende des Rates für deutsche Rechtschreibung, Hans Zehetmair, der Kultusministerkonferenz (KMK) am Montag in Berlin die Empfehlungen für Nachbesserungen übergeben. Die Korrekturen fanden bei den Lehrern ein geteiltes Echo. Reformgegner meldeten sich erneut mit Kritik zu Wort.

Wie KMK-Präsidentin Ute Erdsiek-Rave mitteilte, sollen die Nachbesserungen von den Kultusministern der Länder am Donnerstag beschlossen werden. Verbindlich eingeführt werden sie an allen deutschen Schulen am 1. August, dem ersten Jahrestag der Reform. Während einer einjährigen Übergangsfrist sollen sie jedoch bei der Notengebung noch nicht berücksichtigt werden.

Die Änderungen betreffen die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende. So sollen unter anderem feststehende Begriffe wie „Große Koalition“ oder „Erste Bundesliga“ wieder groß geschrieben werden. Auch das Anredepronomen im Brief („Du“, „Sie“) darf wieder groß geschrieben werden.

Die Liste der Zusammensetzungen aus Substantiv und Verb, bei denen der erste Bestandteil nicht mehr als eigenständiges Substantiv anzusehen ist und die deshalb klein und zusammengeschrieben werden, wurde um eislaufen, kopfstehen, nottun und leidtun erweitert. Bei der Worttrennung am Zeilenende soll die Abtrennung von Einzelvokalen am Wortanfang oder -ende prinzipiell ausgeschlossen sein (nicht: E-sel, Feiera-bend, Bi-omüll).

Zehetmair wies darauf hin, dass jede Empfehlung von dem 39-köpfigen Rat für deutsche Rechtschreibung mit Zweidrittelmehrheit beschlossen wurde. Insgesamt habe es rund 50 Abstimmungen gegeben. Dem Rat gehören 18 Deutsche, neun Österreicher und neun Schweizer sowie je ein Liechtensteiner, Südtiroler und Belgier an.

Erdsiek-Rave äußerte die Erwartung, dass der jahrelange Streit um die Reform mit den Korrekturen beendet sei. „Ich hoffe, dass wir jetzt den deutschen Rechtschreibfrieden finden“, sagte sie.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), der nach eigenen Angaben 140 000 Lehrerinnen und Lehrer vertritt, begrüßte die Korrekturen als kompromissfähig. Der VBE-Vorsitzende Ludwig Eckinger erklärte, er stehe voll hinter den Vorschlägen des Rates für deutsche Rechtschreibung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hingegen forderte: „Schluss mit den Narreteien.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%