Neue Regeln ab 1. Mai
Pfandsystem jetzt einfacher – und teuerer

Keine Berge von Pfandflaschen der unterschiedlichen Händler mehr in deutschen Privathaushalten: Denn zum 1. Mai änderte sich das Pfandsystem. Leergut kann jetzt in fast allen Märkten und Läden, die Getränke verkaufen, abgegeben werden. Doch die Änderungen versprechen nicht nur Vorteile.

DÜSSELDORF. Seit Einführung des Dosenpfands 2003 hat der Handel nach Angaben von Verbraucherschützern mehrere hundert Mill. Euro daran verdient. Denn das bisher unbequeme Pfandsystem führte dazu, dass Kunden ihre leeren Einwegbehälter häufig nicht zurückbrachten. Hochrechnungen von Branchenexperten zufolge sollen die Einzelhändler auf diese Art zwischen 500 Mill. und 1,6 Mrd. Euro Gewinn gemacht haben. Doch das soll sich nun ändern: Das seit dem 1. Mai geltende neue gemeinsame Pfandystem von Handel und Getränkewirtschaft verspricht eine für Kunden einfachere Rücknahme von Einwegverpackungen.

Zum Monatswechsel war dann Schluß mit den so genannten Insellösungen einzelner Handelsketten wie Aldi und Lidl – damit erübrigt sich auch das lästige Sammeln und Sortieren der verschiedensten Getränkeverpackungen. Und auch beim Pfand an sich gibt es endlich Klarheit, denn beträgt jetzt einheitlich 25 Cent.

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Ziel ist es, dass der Verbraucher seine Einweggetränkepackungen überall abgegen kann, ganz gleich wo er sie gekauft hat. Ein großer Vorteil, aber es kommt auch zu einigen Veränderungen, die es zu beachten gilt.

Pfandrücknahme leicht gemacht

Nun sind Einwegverpackungen leichter durch das blau-weiße DPG-Logo und einen EAN-Strichcode zu erkennen. Nach Angaben der Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG) muss bei der Abgabe beachtet werden, dass das Logo und der Strichcode noch lesbar sind. Außerdem sollten Kunden nun darauf verzichten Dosen oder PET-Verpackungen zu pressen oder das Etikett mit dem neuen DPG-Logo zu entfernen. Da die Händler nicht verpflichtet seien, beschädigte Verpackungen mit unlesbaren Etiketten zurückzunehmen. So sei der Zustand der Verpackung für die erfolgreiche Rückgabe entscheidend.

„Davon steht in der Verpackungsverordnung nichts“, beklagt hingegen die Umweltreferentin Gabriela Fleischer vom Verbraucherzentrale Bundesverband. In der Verordnung würden nur „restentleerte Verpackungen“ erwähnt. Laut DPG muss der EAN-Code aber nun lesbar sein, weil über ihn die abgegebenen Flaschen gezählt werden. „Das ist natürlich nicht wirklich verbraucherfreundlich“, betont Fleischer, die bereits mit einigen Unannehmlichkeiten für die Kunden rechnet.

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