Neue Rohstoffstrategie
Glos setzt auf Sparsamkeit und Atomenergie

Rolle rückwärts in Berlin: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat eine neue Rohstoff- und Energiestrategie der Bundesregierung angekündigt, die auf Sparsamkeit und Atomenergie setzen soll. Den beschlossenen Atomausstieg bezeichnete er in einem Interview als "unsinnig" und als "Bedrohung". Nun will er gegensteuern.

HB BERLIN. "Wir müssen über unsere Energiepolitik im Ganzen völlig neu nachdenken. Deshalb lasse ich in meinem Ministerium eine Rohstoff- und Energiestrategie erarbeiten", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag" nach einer Vorabmeldung vom Samstag.

Dabei müsse man bedenken: "Der unsinnige Atomausstieg wird immer mehr zu einer Bedrohung für Konjunktur, Klima und Verbraucher. Wir brauchen die sicheren deutschen Kernkraftwerke weiter am Netz. So können wir bei steigenden Strompreisen gegensteuern", schrieb der Minister in einem Gastbeitrag für das Blatt.

Glos fügte hinzu: "Wir müssen uns so weit es geht aus der Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen befreien. Das geht am schnellsten, indem wir alle gemeinsam so viel Energie sparen wie möglich. Jede Kilowattstunde Gas und jeder Liter Benzin, die nicht verbraucht werden, sind ein Schritt in diese Richtung." Kurz vor Beginn des Öl-Krisengipfels in Saudi-Arabien warnte Glos zudem vor weiteren finanziellen Belastungen der Industriestaaten in Folge der hohen Ölpreise: "Es muss verhindert werden, dass Gas- und Ölmultis immer reicher und produzierende Industriestaaten immer ärmer werden."

Zugleich forderte er mehr Transparenz auf den Märkten. "Die Transparenz auf den internationalen Ölmärkten muss verbessert werden. Nur so lässt sich der Spekulationssumpf trockenlegen." Außerdem müssten die Fördermengen erhöht werden. "Die Öl- und Energiepreise überspringen im Moment jede Schmerzgrenze. Wir brauchen schnell mehr Öl auf dem Weltmarkt, um die Preisspirale an den Zapfsäulen endlich zu stoppen. Dafür werde ich in Dschidda kämpfen."

Zudem hat der Bundeswirtschaftsminister die Rolle von Spekulanten beim Anstieg der Ölpreise hervorgehoben. Vor dem internationalen Krisentreffen zum Ölpreisanstieg am Sonntag sagte der CSU-Politiker der „Berliner Zeitung“, der Preisanstieg der vergangenen Monate sei allein mit boomender Weltkonjunktur und steigender Nachfrage, etwa aus China, nicht zu erklären. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht dagegen nicht die Rolle von Spekulanten nicht als erwiesen an.

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