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07.03.2008 
Medikamentenausgabe

Neue Sparpläne der AOK alarmieren Pharmaindustrie

von Peter Thelen

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller kritisiert Pläne der Ortskrankenkassen (AOK), über ein mit den Apotheken vereinbartes Zielpreissystem die Medikamentenausgaben der Krankenkassen um bis zu 400 Mill. Euro pro Jahr zu senken. Verbands-Chef Hans-Georg Hoffmann warnt vor einem ruinösen Preiswettbewerb.

Die Landesapothekerverbänden wollen mit den 16 Landes-Ortskrankenkassen Zielpreise für besonders umsatzstarke Wirkstoffgruppen vereinbaren. Foto: APLupe

Die Landesapothekerverbänden wollen mit den 16 Landes-Ortskrankenkassen Zielpreise für besonders umsatzstarke Wirkstoffgruppen vereinbaren. Foto: AP

BERLIN. "Hier sollen Verträge zulasten Dritter, nämlich der Industrie, gemacht werden", warnt der Chef des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH), Hans-Georg Hoffmann, der auch Geschäftsführer der M.C.M. Klosterfrau Vertriebsgesellschaft in Köln ist.

Die Pharma-Branche fürchtet einen ruinösen Preiswettbewerb bei nicht patentgeschützten Generika, sollten AOK und Apothekerverbände ihre Pläne zum Zielpreissystem umsetzen. Deren Vertreter trafen sich am Donnerstag zu einem ersten Sondierungsgespräch beim Dachverband der Apothekenverbände (ABDA) in Berlin.

Das Zielpreissystem soll die Ende Februar vor dem Landessozialgericht in Stuttgart vorläufig gescheiterten Rabattverträge zwischen der AOK und verschiedenen Arzneimittelherstellern ersetzen. Die Idee ist, dass die 16 Landes-Ortskrankenkassen mit den Landesapothekerverbänden Zielpreise für besonders umsatzstarke Wirkstoffgruppen vereinbaren.

Dabei soll der jeweilige Zielpreis unter dem Festbetrag liegen - jener Summe, die die Kassen maximal für einen Wirkstoff erstatten dürfen. Der einzelne Apotheker soll dann nach Möglichkeit eine noch preiswertere Marke der entsprechenden Wirkstoffgruppe abgeben und dafür einen Bonus von der AOK erhalten.

"Die Apotheker werden sich mit diesem Modell eine goldene Nase verdienen, weil sie den Bonus zusätzlich zu ihrer fixen Handelsspanne von 8,10 Euro pro Medikament kassieren können", klagt Hoffmann. Ihre Beratungsleistung werde damit schlicht überbezahlt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Preisspirale dreht sich schon seit 2006 nach unten

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