Neue Stagnation
Grüne sacken in Wählergunst ab

Atomausstieg, Energiewende, durchwachsene schwarz-gelbe Regierungsbilanz: Eigentlich sollten Zeiten wie diese den Grünen rosige Umfragewerte bescheren, könnte man vermuten. Doch das Gegenteil zeichnet sich ab.
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BerlinUnmittelbar vor ihrem kleinen Parteitag am Sonntag in Berlin haben die Grünen einer Emnid-Umfrage zufolge in der Wählergunst etwas verloren. Die Partei büßte in der abgelaufenen Woche einen Prozentpunkt ein und kommt nun auf 13 Prozent, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ ergab. Die FDP kann einen Punkt auf fünf Prozent zulegen. Union (36 Prozent), SPD (28 Prozent), Linkspartei (7 Prozent) sowie Piratenpartei (7 Prozent) erreichten in der Umfrage jeweils die Werte der Vorwoche.

An diesem Sonntag entscheidet ein kleiner Sonderparteitag der Grünen in Berlin über die Einleitung der Urwahl der rund 60.000 Mitglieder. Ihre Kandidatur für das geplante Spitzen-Duo haben neben Jürgen Trittin (58) bisher fünf Bewerber angekündigt: die Co-Fraktionschefin Renate Künast (56), Parteichefin Claudia Roth (57), Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (46) sowie zwei weitgehend unbekannte Basis-Vertreter.

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  • Gehen Sie mal eher davon aus, daß Trittin Vizekanzler und Finanz- oder Wirtschaftsminister wird, wenns ganz dumm kommt und die CDU von einem fetten Korruptionsskandal heimgesucht wird, dann sogar Bundeskanzler... die Skandale, die mit der Arbeit der "Treuhand" nach der Beseitigung von Rohwedder verbunden sind - aus allem ging die CDU maßgeblich unter Kohl als größter Nuntznieser hervor und alles wird von Merkel bis heute strickt gedeckt - reichen bei der Veröffenlichung im richtigen Moment aus, um die CDU unter 25% zu bringen. Da war Schübles "Geldkoffer-Affäre" eine "Peanuts"-Episode...

    http://www.youtube.com/watch?v=eXN0rCWCfIg

  • Leider ist das zu kurz gegriffen: Die Grünen haben inzwischen eine Stammwählerschaft, die zu signifikanten Teilen altruistsich veranlagt ist. Da aber die anderen Systemparteien, allen voran die CDU, neoliberale Ziele oder Klassenkampfparolen propagieren und ihren hedonistische Allüren nur schwer verbergen können, wählen diese Menschen, die mit diesen Zielvorgaben nicht einverstanden sind, aus Alternativlosigkeit immer wieder "grün", dem "Prizip Hoffnung" folgend.

  • "die wählen, denen wir eine Lösung am ehesten zutrauen" - nein, das hat nichts mit "taktischem Wahlverhalten" zu tun und Sie folgen damit dem Prinzip des strategischen Wahlverhaltens, das leider dazu beiträgt, die Misere per ungestörtem Machterhalt der BRD-Politoligarchie fortzuschreiben (Wahl des angeblichen kleineren Übels) - damit können Sie nihcts und niemanden "aufmischen"! Taktisches Wählen zielt darauf ab, das herrschende System zu destabilisieren, machtpolitisch und ideologisch zu provozieren, vielleicht gelingt es auch, es lächerlich zu machen: Dies gelingt nur, wenn wenn man für die "Underdogs" stimmt, auch wenn man sie nicht mag und ihnen schon mal vom verfügbaren Personal her eher nicht zutrauen kann, es wirklich besser zu machen. Dazu ein kleines Beispiel: Die NPD-Orts-/Regionalgruppe Stuttgart besteht real aus weniger als zehn aktiven Mitgliedern - ein Lacher, wenn man einem so "starken" Verein umfassende politische Verantwortung überträgt, die produzieren bestenfalls ein Vakuum und viel Geschrei auf der Seite ihrer Gegner...

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