Neue Statistik
Hintergrund: Erwerbslos ist nicht gleich arbeitslos

Seit Dienstag (1. Februar) ergänzt eine neue Erwerbsstatistik die Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Die eine weist Erwerbslose aus, die andere Arbeitslose.

HB BERLIN. Zwischen beiden gibt es Unterschiede in der Erfassung und Abgrenzung, so dass die Zahlen voneinander abweichen - so weist die Erwerbstatistik des Statistischen Bundesamtes für Januar 3,99 Mill. Erwerbslose aus, während die BA im Januar 5,039 Mill. Arbeitslose registriert hatte. Im Februar wurde dieses Nachkriegshoch bei der Arbeitslosenzahl mit 5,216 Mill. nochmals übertroffen.

Vorgelegt wird die Erwerbsstatistik vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden nach den weltweit geltenden Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Grundlage der Statistik ist eine neue, bundesweite Telefonabfrage zum Erwerbsstatus bei bis zu 30 000 Bürgern, die seit Januar 2005 monatlich gemacht wird. Diese Ergebnisse werden auf Gesamtdeutschland hoch gerechnet. Aus der Stichprobenerhebung entstehen nur wenige Eckzahlen auf Bundesebene, nämlich:
- absolute Bundeszahlen für Erwerbslose und Erwerbstätige,
- Erwerbslosenquoten insgesamt und für die Teilgruppen unter 25 Jahren, über 25 Jahren sowie Männer und Frauen,
- Erwerbslosenquoten für Ost- und Westdeutschland.
Berichtet wird jeweils zum Monatsende für den Vormonat - am Dienstag mit Ablauf des Monats Februar also für Januar.

Hintergrund der neuen Statistik ist der Wunsch nach einer besseren internationalen Vergleichbarkeit der Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Neuregelung wurde im Mai 2004 von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Eine Rolle dürfte dabei auch gespielt haben, dass die Erwerbslosenzahlen in der Regel geringer ausfallen dürften als die Arbeitslosenzahlen. Experten versprechen sich von der neuen Erwerbsstatistik ein verlässlicheres Bild der Entwicklung am Arbeitsmarkt, weil die Erfassung nicht durch gesetzliche Änderungen beeinflussbar ist.

Die Statistik erfasst Erwerbstätige und Erwerbslose nach den Kriterien der ILO in Genf. Danach gilt als erwerbslos, wer:
- keine Arbeit hat, nicht einmal eine Stunde pro Woche, und
- Arbeit sucht (ab einer Stunde pro Woche) und
- für die Arbeitsaufnahme innerhalb von zwei Wochen verfügbar ist und
- innerhalb der letzten vier Wochen aktiv eine selbstständige oder abhängige Beschäftigung gesucht hat und
- zwischen 15 und 74 Jahre alt ist.

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