Neue Strategie
Berlin nimmt Afrikas Rohstoffe ins Visier

Die Bundesregierung will mit einer neuen Strategie verlorenes Terrain auf Afrikas Rohstoffmärkten zurückgewinnen. Trotz verhaltener Aüßerungen: Hinter dem Vorhaben verbirgt sich der ehrgeizige Ansatz, den ressourcenhungrigen Ländern China, Indien und auch USA Paroli zu bieten.

OUAGADOUGOU. „Wir versuchen, im Konzert der europäischen Staaten diejenigen zu sein, die die Kooperation vorantreiben“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Ende einer Westafrika-Reise in Burkina Faso gewohnt zurückhaltend.

Hatte sich die Bundesregierung bislang vor allem auf die Entwicklungshilfe gestützt, verfolgt sie nun einen breiten Ansatz, der die wirtschaftlichen Kontakte verstärken soll. Private Investitionen seien in Afrika sinnvoller als Entwicklungsgelder, argumentiert der G8-Sherpa der Bundeskanzlerin, Bernd Pfaffenbach.

Deshalb sollen Wirtschaftsbeziehungen nicht nur mit ökonomischen Schwergewichten wie Südafrika, Nigeria, Algerien oder Ägypten, sondern auf breiter Front ausgebaut werden. Dazu reisen neben Steinmeier auch Bundespräsident Horst Köhler und Angela Merkel durch den schwarzen Kontinent.

Mit ihrer Initiative reagiert die Regierung auf den wirtschaftlichen Aufschwung Afrikas, das nach Jahren der Stagnation wieder eine durchschnittliche Wachstumsrate von fünf bis sechs Prozent verzeichnet. Zudem bilden die deutschen und europäischen Aktivitäten ein Gegengewicht zu dem Einfluss von Chinesen, Indern und Amerikanern, die sich vor allem Rohstoffe sichern wollen. „Wir wollen den deutschen und europäischen Einfluss wieder wahrnehmbarer machen“, sagt Steinmeier.

Dabei richtet sich das deutsche Interesse erkennbar auf Länder, die über Gas und/oder Öl verfügen. Steinmeier war jetzt bereits zum zweiten Mal innerhalb von sieben Monaten in Ghana. Im vergangenen Jahr hatte er Mauretanien und Nigeria besucht, geplant ist eine Reise nach Angola – stets begleitet von einer Wirtschaftsdelegation. Weitere Abgesandte reisen mit größeren Wirtschaftsdelegationen nach Nigeria, um Kontakte in diesen Ölstaat aufzubauen.

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