
Die Betroffenen könnten nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden. Sie können ihre Miete oder Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlen, die Wohnung nicht ausreichend heizen, sich nicht mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten oder nicht in Urlaub fahren.
Insgesamt sind nach Angaben der Statistiker rund 16 Millionen Menschen - jeder fünfte Einwohner Deutschlands - von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Dieser Indikator wurde aus der Armutsgefährdungsquote nach Einkommen, Erwerbstätigkeit und nach der eigenen Einschätzung der Befragten errechnet. Im vergangenen Jahr betrug dieser Anteil 19,9 Prozent - damit lag er um 0,2 Prozentpunkte höher als 2010.
Das Risiko von Kinder, arm zu werden, ist dann am höchsten (60 Prozent), wenn sie in einem Haushalt ohne Verdiener aufwachsen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" und nimmt Bezug auf den Armuts- und Reichtumsbericht. Auch Kinder Alleinerziehender haben ein hohes Risiko zu verarmen (55 Prozent), gefolgt von Ausländern (28 Prozent), berichtet die Zeitung.
Die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder ab einem Jahr hat sich seit 2006 auf mehr als 500 000 verdoppelt. Auch werden doppelt so viele Grundschüler ganztags betreut. Trotz aller Verbesserung: Die eingesetzten Mittel für die frühkindliche Bildung und Betreuung von Kindern unter sechs ist im internationalen Vergleich "immer noch weit unterdurchschnittlich". Sie beliefen sich auf 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "In Ländern wie Dänemark oder Schweden beträgt dieser Anteil das Dreifache", heißt es in der Regierungsanalyse.
In Deutschland sind die Bildungschancen von Kindern davon abhängig, was die Eltern gelernt haben und welches Haushaltseinkommen sie erzielen. Und: Für Analphabeten - mindestens 7,5 Millionen in Deutschland - wird nicht genug getan. Immerhin: nur noch 6,5 Prozent schafften 2010 keinen Schulabschluss. 2007 waren es noch 7,7 Prozent.
Teilzeitstelle von bis zu 20 Wochenstunden, Minijob, befristeten Arbeitsverträge oder einer Anstellung als Leiharbeiter: Immer mehr Menschen arbeiten in einer solchen atypischen Beschäftigung. Der Anteil hat sich innerhalb on zehn Jahren von 20 auf 25 Prozent erhöht - und das auch noch auf Kosten normaler Arbeitsverhältnisse. Denn deren Zahl hat sich fast nicht verändert.
"Die Einkommens- und Vermögenssituation der Älteren von heute ist überdurchschnittlich gut", heißt es in dem Bericht laut "Süddeutsche Zeitung". Nur 2,45 Prozent der über 65-Jährigen waren auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen. Als entsprechend niedrig gilt ihr Risiko, arm zu werden. Es liegt bei 14,7 Prozent, bei der Bevölkerung insgesamt bei 15,3 Prozent.
Immerhin: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit 2007 um 40 Prozent auf im Jahresdurchschnitt 1,06 Millionen 2011 gesunken, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Besonders deutlichen Rückgang gibt es bei Zugewanderten. Zwischen 2008 und 2011 sei deren Erwerbstätigenquote "noch stärker gestiegen als die der Inländer". Auch habe sich die Zahl der hoch qualifizierten Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten kräftig von 1200 im Jahr 1998 auf 27 800 im Jahr 2011 erhöht.
Darin enthalten sind von Armut Bedrohte, deren Einkommen unter 952 Euro monatlich liegt - das sind 15,8 Prozent der Menschen in Deutschland. Außerdem wurden die Menschen einbezogen, die in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit leben: In 11,1 Prozent der Haushalte wird nur wenige Monate im Jahr Arbeitslohn bezogen. Armut lasse sich nicht allein an einer Einkommensschwelle festmachen, sagte Destatis-Expertin Silvia Deckl.
Der Indikator sage wenig aus, meint dagegen der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. Er könne höchstens ein Signal sein. Wesentlich aussagekräftiger und objektiver sei die Armutsgefährdungsquote, die aus den Einkommen errechnet wird. Das Armutsrisiko in Deutschland sei seit 2005 etwa gleichgeblieben - die Gefährdungsquote liege seitdem bei etwa 15 Prozent. „Davon kommen wir nicht runter.“ Gründe seien deutlich zu niedrige Hartz-IV-Sätze und eine unzureichende Grundsicherung im Alter.
Frauen waren 2011 mit 21,3 Prozent häufiger von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen als Männer mit 18,5 Prozent. Die EU hatte den Indikator "Armut und soziale Ausgrenzung" neu eingeführt, um Fortschritte in der Sozialpolitik besser messen zu können. Er ist breiter aufgestellt als die sogenannte Armutsgefährdungsquote und umfasst weitere Faktoren. So fallen auch Haushalte in diese Kategorie, wenn sie mit "erheblicher materieller Entbehrung" zu kämpfen haben oder nur eine "sehr geringe Erwerbsbeteiligung" aufweisen.

@Kriseq
"..Und im Gegenzug bekommen Menschen, die hier Migranten genannt werden Sozialleistungen, obwohl bekannt ist, dass diese sich dem Staat verweigern und selbst wenn nicht diesem trotzdem nichts positives hinzufügen können..."
Und diese Sozialleistungen erhalten Deutsche nicht? Verstehe den Einwand nicht ganz, zumal er völlig fehl am Platz ist. Sehr schlimm finde ich den letzten Teil des Satzes, dass sie dem Staat nichts positives hinzufügen können. Diese allgemeine Klassifizierung und Generalisierung ist unverschämt, unbegründet und schlichtweg dämlich. Wenn ich derartiges lese, werde ich wütend und traurig zu gleich... Man ist nur Deutsche/r wenn Mutter und Vater deutsch sind, und die Großeltern und alles was davor gelebt hat, auch. Ob man hier geboren ist, die Sprache teilweise besser beherrscht, als viele Deutsche selbst und sich hier völlig integriert hat, ist irrelevant. Man ist nicht deutsch, man gehört nicht dazu - ganz einfach. Dieser Einstellung bin ich nicht nur einmal in meinem Leben begegnet... so viel dazu.
Was die Thematik aanbelangt ist klar, dass das Leben hier immer teurer wird, im Gegenzug aber die Gehälter gleich. Man beachte die verrückten Benzin-Preise, die zurzeit erhoben werden. Das ist fast schon unverschämt. Von den Strompreisen möchte ich gar nicht sprechen...
In meinen Augen sollte man insgesamt bessere Background-Checks durchführen, bevor man Sozialleistungen bewilligt. Sozialschmarotzer gibt es nur zu Genüge, und hier sind nicht nur Immigranten angesprochen sondern auch sehr viele Deutsche.
Was die Gehälter und Löhne angeht ist eine Steigerung nicht nur wünschenswert, sondern auch dringend nötig, wenn der "arme" Teil der Bevölkerung nicht weiter wachsen soll. Deutschland ist nach wie vor ein gut entwickeltes Land, hat aber noch viele Probleme zu lösen, die sich innerhalb der Gesellschaft gebildet und manifestiert haben.

@margrit117888
ja diese Frage stelle ich mir auch!.. Das können doch nur geschönte Werte sein... jeder den ich kenn klagt über zu teure Lebenshaltungskosten und gestiegene Preise bei kaum gestiegenem Lohn seit der Euroeinführung...
und das sind keine "gefühlten" Werte... Neulich war ich einkaufen für eine Familienfeier (also durchaus vergleichbar mit eine Weihnachtseinkauf) 190 € für einen Einkaufswagen mit Standard-Artikeln und Getränken - nichts besonderes also - sind umgerechnet 371,61 DM.... das gab es früher nicht.. oder beim Bäcker... Kundenmitteilung: Aufgrund der erheblich gestiegenen Rohstoffkosten... bla bla, kommen wir nicht umhin...die Preise um 10% anzuheben... Da mehr, und dort und dort und dort...
Nur in der Lohntüte bleibt alles beim Alten. Selbst wenn man 2% mehr Lohn bekommt - die tatsächliche Inflation aber bei über 5% liegt hat man pro Jahr 3% weniger...
...Und im Gegenzug bekommen Menschen, die hier Migranten genannt werden Sozialleistungen, obwohl bekannt ist, dass diese sich dem Staat verweigern und selbst wenn nicht diesem trotzdem nichts positives hinzufügen können...
Da fragt man sich: Wie lange geht das noch gut... Ich sag es Euch: Nicht mehr lange!!!

@Demokratin. So weit ich mich erinnern kann haben die Kommunisten auch etwas vom Humanismus gelabert. Nur ihre Realität war alles andere als human. Zum Ungeist heutiger Zeit gehört, dass man die ausgesprochene Wahrheit als rechten Populismus, bei Ihnen sogar als Beihilfe dem Nazismus bezeichnet. Offensichtlich verfügen sie über überdurchschnittliche Geldmittel und somit müssen sie sich mit den Sorgen des gemeinen Volkes, dass rausgenommen wird, bis kaum etwas bleibt, nicht beschäftigen. Ein tieferes Nachdenken über die "soziale Gerechtigkeit" könnte zu anderen Schlüssen führen.
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