Neue Terrorbedrohung
Polizei warnt vor „fanatisierten Einzelpersonen“

Dass Deutschland im Fadenkreuz von Islamisten steht, ist schon länger bekannt. Nun rücken angesichts des Terroranschlags in Schweden jedoch auch onorganisierte Terroristen in den Fokus der Sicherheitsbehörden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft spricht von Dutzenden „Gefährdern“ in Deutschland, die zu Anschlägen mit „verheerenden Folgen“ imstande seien.
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DÜSSELDORF. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat angesichts des Terroranschlags in Schweden vor Dutzenden „Gefährdern“ gewarnt, die in Deutschland auf freiem Fuß sind. „Eigentlich müssten diese Leute rund um die Uhr überwacht werden, aber das geschieht natürlich nicht, dazu fehlt auch das Personal“, sagte Verbandchef Rainer Wendt Handelsblatt Online. „In Zeiten akuter Terrorwarnung müsste es die Möglichkeit geben, diese Leute über den Gefährdungszeitraum festzusetzen, mindestens aber sollten strenge Meldeauflagen, elektronische Fußfesseln und Reisebeschränkungen dafür sorgen, dass wir wissen, wo sie sich aufhalten.“

Wendt sieht auch in Deutschland die Gefahr von Terroranschlägen durch Einzeltäter wie soeben in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. „Jederzeit kann es passieren, dass bei fanatisierten Einzelpersonen alle kriminellen Sicherungen durchbrennen und sie zu terroristischen Einzelaktionen starten“, sagte er. Dabei sei nicht auszuschließen, dass es zu „verheerenden Folgen“ für die Zivilbevölkerung kommt. „Terrorismus funktioniert nicht mehr wie bei Baader-Meinhof-Zeiten, in denen die Banden feste Strukturen, sogar Hierarchien hatten“, sagte Wendt. Heute operierten Zellen, die sich eine Zeitlang zusammenschlössen oder Einzelpersonen, die teilweise mit deutschem Pass in Deutschland lebten. „Die Zahl der Gefährder, die Minister Hermann genannt hat, dürfte tatsächlich eher noch höher liegen“, fügte Wendt hinzu.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zuvor die Möglichkeit eines Anschlags durch Einzeltäter ins Gespräch gebracht un in diesem Zusammenhang von 50 bis 80 Personen in Deutschland gesprochen, die auch schon an Ausbildungslagern in Pakistan und Afghanistan teilgenommen hätten.

Der Stockholmer Selbstmordattentäter hat wahrscheinlich Komplizen gehabt und ist in England sowie in Ausbildungslagern in Pakistan geschult worden. Zwei Tage nach dem Anschlag mitten in der Einkaufszone von Schwedens Hauptstadt zeigte sich die Polizei am Montag weitgehend sicher, dass der 28-Jährige Helfer bei der Vorbereitung der Tat hatte.

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  • Achtung, Achtung! Hier spricht die Polizei. Wir wollen, dass sich der bürger eingeschüchtert fühlt. Jeder muss gegen jeden aufgewiegelt werden. Jeder soll den anderen unter Generalverdacht stellen. So kann man das Volk noch in den Griff bekommen. Wenn sich der General-Volksaufscheucher de Maizere nicht zu Wort meldet, dann eben die Polizei. Wir wollen eine Welt in Dauer-Zwietracht sehen. Wir malen den Teufel an die Wand, wann immer es geht. Das lenkt vom bevorstehenden Zusammenbruch des Euros ab. Wir, die Polizei, sind das Sprachrohr der Politik. Wir lassen uns vor jeden Karren spannen. Und das sogar wenn wir nur mit einem Hungerlohn dafür abgespeist werden. Wenn wir hunderte von Überstunden vor uns herschieben. Aber ab und zu mal der Einsatz vom Gummiknüppel entschädigt für alles. Mal so richtig Frust ablassen, obwohl wir auch nicht immer der Meinung unserer Politiker sind. Wir sind die Marionetten der Regierung. Wir haben unsere Selbstachtung verkauft. Achtung, Achtung...!

  • Jetzt sind wir da, wo der bürger als potentieller Täter betrachtet wird. Damit ist der Staat am Ende, weil das ist das größte Armutszeugnis der Politik schlechthin!

    Die extremistische betrachtung erreicht den Status Normalzustand. bürgergerechte Politik war gestern!
    Der Staat will jetzt den Konflikt mit den eigenen bürgern!

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