Neue Verhandlungen nötig
Ost-Arbeitgeber kippen Tarif-Einigung im Baugewerbe

Die ostdeutschen Arbeitgeber haben die Tarifeinigung für die bundesweit 700 000 Beschäftigten des Baugewerbes gekippt: Die Unternehmen in den neuen Bundesländern halten 3,5 Prozent mehr Lohn für zu viel, auf die sich IG Bau und Arbeitgeber verständigt hatten.

HB DRESDEN. Wie der Sächsische Baugewerbeverband mitteilte, haben die Verbandsvertreter der neuen Bundesländer den Tarifvorschlag einstimmig abgelehnt. Die immer noch schwierige konjunkturellen Lage des Baugewerbes im Osten lasse derartige Gehaltssteigerungen nicht zu.

Nach dem Willen der West-Arbeitgeber führt das Nein aus dem Osten zum Scheitern des Tarifvorschlags für die gesamte Bundesrepublik. Der vorliegende Tarifkompromiss geht nun in die Schlichtung. Als Vorsitzender der Schlichtungskommission ist Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) vorgesehen.

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) zeigte sich überrascht. „Wir wissen nicht, was die Ost-Arbeitgeber von einer Schlichtung erwarten“, sagte IG-Bau-Sprecher Jörg Herpich. „Wenn sie eine weitere Lohnsenkung erwarten, wird das die Flucht der Fachkräfte forcieren.“ Die IG Bau werde weiter offensiv dafür werben, dass Bauarbeiter aus den neuen Bundesländern zu West-Firmen wechseln, wenn sie von den Arbeitgebern im Osten nicht vernünftig bezahlt werden.

„Angesichts der tatsächlichen Entwicklung des ostdeutschen Bauhandwerks, das auf einen Aufschwung noch immer vergeblich wartet, wären diese Steigerungen unzumutbar“, sagte der Interessenvertreter des Ostens im Zentralverband des deutschen Baugewerbes (ZDB), Uwe Nostiz. Moniert wurde auch der Vorschlag zur Anhebung der Lehrlingsentgelte um 3,1 Prozent.

Der Tarifkompromiss war bereits vor rund einem Monat ausgehandelt worden. Am vergangenen Montag hatte die IG Bauen-Agrar-Umwelt das Ergebnis angenommen.

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