Neue Vorschriften für Banken
Justizminister Maas will Dispozinsen transparenter machen

Dispozinsen sollen künftig auf der Internetseite jeder Bank veröffentlicht werden, fordert Justizminister Maas. Er will ausufernden Zinsen den Kampf ansagen und richtet eine Warnung an die Banken.
  • 1

BerlinIm Kampf gegen zu hohe Dispozinsen für Bankkunden will Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) die Geldhäuser zu mehr Transparenz zwingen. „Da bislang alle Mahnungen seitens der Bundesregierung nichts geholfen haben, werden wir jetzt ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Banken verpflichtet, ihre Dispozinssätze auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen“, sagte Maas der „Bild am Sonntag“. Vergleichsportale könnten dann für den Verbraucher „sehr nachvollziehbar machen, was er wo zahlt“, betonte der SPD-Politiker.

Auch sollen Banken Kunden, deren Konto dauerhaft im Minus ist, eine Beratung über alternative Finanzierungen anbieten müssen. Hohe Dispozinsen sind Verbraucherschützern schon seit langem ein Dorn im Auge. Wer ins Minus rutscht, muss im Extremfall Dispozinsen von bis zu 14,25 Prozent zahlen, wie ein vor kurzem veröffentlichter Vergleich der Stiftung Warentest für die Zeitschrift „Finanztest“ ergab.

Nach Ansicht der Tester müsste ein fairer Dispozins deutlich unter zehn Prozent liegen, denn die Banken selbst können sich Geld zu historisch niedrigen Konditionen leihen. In anderen Bereichen, zum Beispiel bei den Benzinpreisen gibt es bereits die Pflicht zur Meldung der Preise und damit zu mehr Transparenz für Autofahrer.

Die Stiftung Warentest hatte die Konditionen von 1504 Banken verglichen. Der günstigste Anbieter verlangte 4,9 Prozent. Im Schnitt zahlten Kunden zum Stichtag 1. August 10,65 Prozent. Diese Zahl weiche allerdings deutlich von dem Wert ab, den die Bundesbank mit 9,21 Prozent veröffentlicht habe, argumentierten die Banken.

Maas betonte: „Wenn eine Bank wirklich auf so hohe Dispozinsen angewiesen sein sollte, dann zweifle ich an deren Geschäftsmodell.“ Das geplante Gesetz werde es den Banken schwerer machen, zu hohe Dispozinsen zu verlangen, betonte der Verbraucherminister.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neue Vorschriften für Banken: Justizminister Maas will Dispozinsen transparenter machen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Transparenz von Dispozinsen zu verbessern ist kaum noch möglich. Der Zinssatz steht im Preisaushang - auch im Internet und wird vierteljährlich auf dem Kontoauszug angedruckt. Vergleichen lässt sich die Zinshöhe leicht über das Internet. Hier herrst schon ein große Transparenz.
    Das Aufbauschen des Themas ist m. E. reiner Populismus. Schön wenn man von wichtigen Dingen ablenken und planwirtschaftliche Preisregeln aufbauen kann.

    Verbraucherschutz in Deutschland heißt leider immer mehr: Mehr Bürokratie ohne mehr Nutzen (Siehe Beratungsdokumentationen). Schade.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%