Neue Vorwürfe
Sachsen LB bringt Milbradt erneut in Bedrängnis

Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sieht sich erneut mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Hintergrund sind private Geldgeschäfte mit der Sachsen LB aus seiner Zeit als Finanzminister im Kabinett von Kurt Biedenkopf. Die sächsische Staatskanzlei hat einen entsprechenden Medienbericht bestätigt.

HB DRESDEN. Wegen privater Geldgeschäfte mit der Sachsen LB gerät der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) zunehmend unter Druck. Die FDP sprach von einem „neuerlichen Tiefpunkt der Moral in Sachsen“, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Grüne und Linke forderten den Rücktritt des Ministerpräsidenten.

Der CDU-Politiker und seine Frau Angelika hatten sich an einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligt. Mit dem Fonds wurde1996 der 88 Millionen Euro teure Neubau der sächsischen Landesbank in der Leipziger Innenstadt finanziert, wie der „Spiegel“ berichtet und die Staatskanzlei bestätigte.

Pikant sei, dass das Investment stattgefunden habe, als Milbradt Finanzminister im Kabinett von Kurt Biedenkopf gewesen sei und damit qua Amt Chef des Verwaltungsrats des im August 2007 notverkauften Geldhauses, berichtet das Magazin. Die Milbradts hätten ihre Fondsbeteiligung, die rund 50 000 Euro betragen soll, teilweise über einen Kredit der Landesbank finanziert.

Die sächsische Staatskanzlei bestätigt das Investment, sieht aber laut „Spiegel“ keinen Interessenskonflikt. Zwar sei Milbradt Chef des Verwaltungsrats der Bank gewesen, doch die Rechtsaufsicht habe seinem Staatssekretär oblegen. Das gewährte Darlehen wiederum sei schließlich vom Verwaltungsrat der Bank gebilligt worden. Laut „Spiegel“ brachte der Fonds seinen Anteilseignern im Gegensatz zu vielen notleidenden Fonds im Osten Deutschlands 9,3 Prozent Rendite.

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