Neue Zahlen
Immer weniger wollen in Deutschland wohnen

Deutschland wird offenbar für immer mehr Menschen als Wohnort unattraktiv. Zwar wanderten im Jahr 2008 etwa 682 000 Menschen nach Deutschland ein, gleichzeitig zogen aber 738 000 weg, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

HB WIESBADEN. Der Rückgang bei der Zuwanderung scheint zwar vorerst gestoppt zu sein, aber die Zahl der Auswanderer steigt. Vor allem bei den Deutschen hält der Trend an, dem Heimatland den Rücken zu kehren.

Im Vergleich zu 2007, als 681 000 Menschen nach Deutschland zogen, blieb die Zahl der Zuwanderer konstant, nachdem die Zuwanderung von 2001 bis 2006 kontinuierlich zurückgegangen war, wie die Statistiker mitteilten. Dabei kamen im vergangenen Jahr aber vor allem mehr Deutsche zurück in die Heimat: Ihre Zahl stieg im Vergleich zu 2007 um 2 000 auf rund 108 000, darin sind auch 4 000 Spätaussiedler enthalten. Die Zahl der ausländischen Zuwanderer blieb mit 574 000 nahezu konstant (2007: 575 000).

Gleichzeitig zogen mit 738 000 rund 100 000 Menschen mehr aus Deutschland weg als ein Jahr zuvor. Die Zahl der deutschen Auswanderer stieg von 161 000 im Jahr 2007 auf 175 000, die der ausländischen von 476 000 auf 563 000. Das Bundesamt weist allerdings darauf hin, dass der tatsächliche Umfang der Fortzüge und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr unklar sind: Wegen der bundesweiten Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer habe es 2008 umfangreiche Bereinigungen der Melderegister gegeben, die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen geführt hätten. Der Umfang dieser Bereinigungen könne statistisch aber nicht ermittelt werden.

Die Bilanz der Zu- und Fortzüge zeigt für 2008 einen negativen Wanderungssaldo von 56 000 Personen. Trotz Bereinigungen bleibt der Saldo für Ausländer mit 11 000 leicht positiv, während er für Deutsche mit 66 000 im Minus liegt. „Somit ist trotz der Unklarheit über die tatsächliche Zahl der Fortzüge davon auszugehen, dass die Abwanderung von Deutschen anhält“, erklärt das Statistische Bundesamt.

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