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Neuer Anstrich für Homepage: Farbenblind Teilen mit der SPD

Das Internet ist ein zentrales Instrument, wenn die Parteien um Wählerstimmen buhlen. Die SPD wollte pünktlich zum Bundestagswahlkampf noch mal ihre Homepage auf Vordermann bringen – gelungen ist ihr das nur bedingt.

So macht die SPD auf ihrer Homepage auf den Relaunch aufmerksam.
So macht die SPD auf ihrer Homepage auf den Relaunch aufmerksam.

BerlinWie wichtig Netzthemen, die richtige Internet-Präsenz und die Verknüpfung über die neuen Medien im Kampf um die Wählergunst sind, wissen die Parteien spätestens seit dem Erfolg der Piratenpartei. Die SPD will da nicht hinten anstehen und hat zum Wahlkampf ihrer Homepage einen neuen Anstrich verpasst. An diesem Freitag ist der Relaunch von www.spd.de online gegangenen.

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Vergleicht man den alten mit dem neuen Auftritt, ist man auf den ersten Blick enttäuscht, denn auch wenn bei der Politik die Inhalte im Vordergrund stehen sollten, wünscht man sich doch zumindest ein wenig Ansehnlichkeit. Die Homepage der Grünen ist grün, die der Linken rot und die der SPD – auch rot? Nein, sie kommt in einer Kombination aus Rot und Purpur daher. Das war vor dem Relaunch so und ist nach dem Relaunch leider so geblieben.

Am Seitenanfang dominiert die klassische Parteifarbe der Sozialdemokraten. Unter dem Seitenaufmacher haben die Gestalter einen roten Balken gelegt, auf dem sich der User durch die zentralen Themen der Bundespolitik klicken kann, jedes versehen mit einem Icon: „Kinder und Familie“, „Jugend und Bildung“, „Arbeit, Wirtschaft und Energie“, „Gerechte Gesellschaft“ usw.. In Kombination mit den neu organisierten Reitern in der Navigation macht das die Seite übersichtlicher.

Die neue Homepage der SPD kommt in einem Gemisch aus Purpur und Rot daher.
Die neue Homepage der SPD kommt in einem Gemisch aus Purpur und Rot daher.

Wenn der Betrachter vorbei an den neusten Artikeln bis zum Seitenende runtergescrollt, bekommt er die volle Dröhnung Purpur. Farbenblind muss sein, wem der rote Kasten mit den drei Parteibuchstaben umrahmt von knalligem Purpur nicht in den Augen brennt.  

Bei der inhaltlichen Ausrichtung ihres neuen Internetauftritts setzen die Sozialdemokraten ganz klar auf Partizipation und vermeintliche Aktualität. „Täglich, stündlich, wenn nötig: jede Minute“ erfährt der Nutzer auf der Homepage von den wichtigsten Themen aus Sicht der SPD, verspricht die Partei in dem Artikel zum Relaunch – und unterstreicht ihr ambitioniertes Vorhaben mit einigen Ausrufezeichen.

Und wem gefällt, was die SPD täglich, stündlich oder gar im Minutentakt im Netz veröffentlicht, der darf das teilen, liken, bewerten und darüber diskutieren. Inflationär betonen die Sozialdemokraten auf ihrer Homepage, dass sie in der Welt der sozialen Medien angekommen sind.

Partizipation wird groß geschrieben im neuen SPD-Internetauftritt.
Partizipation wird groß geschrieben im neuen SPD-Internetauftritt.

In großen Buchstaben und natürlich purpur hinterlegt ist der Nutzer schon auf der Startseite aufgefordert, der Partei auch bei Twitter zu folgen oder sie auf Facebook zu besuchen. Zwischen den beiden Quadraten steht eine Abstimmungsfrage. Am ersten Tag der neuen Homepage will die SPD wissen, wie die Wähler zum Abdruck von Mohammed-Karikaturen stehen. 

„Wir fragen die Leserinnen und Leser, was sie zu tagesaktuellen Fragen zu sagen haben“, wird in dem Artikel zum Relaunch erklärt und gleich noch mal betont: „Die Ergebnisse sind sofort ablesbar – und ebenfalls ‚teilbar‘ für die eigene Homepage, bei Facebook, Twitter und Co.“

Fazit: In Sachen Farbenlehre muss die SPD-Homepage definitiv nachsitzen. Immerhin kommt der neue Internet-Auftritt übersichtlicher daher. Ob die SPD den Dialog mit den Wählern tatsächlich sucht oder sich die Überbetonung der sozialen Medien auf der Seite als hohle Wahlkampf-Strategie entpuppt, muss die Partei an anderer Stelle beweisen.

 

 

  • 21.09.2012, 20:07 UhrGuzzi_Cali2

    Ich war drauf. Man kann nur sagen: Bööörrrrk.

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