Neuer BaFin-Chef Hufeld: Aufseher mit Biss

Neuer BaFin-Chef Hufeld
Aufseher mit Biss

Die Finanzaufsicht Bafin bekommt einen neuen Chef: Der Jurist Hufeld legt damit bei der Behörde eine Blitzkarriere hin. Eine der größten Herausforderungen: Schärfere Regeln für Banken und Versicherer voranzutreiben.
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Frankfurt/BonnWachwechsel bei der BaFin: Ab März wird Felix Hufeld die Finanzaufsicht mit Hauptsitz in Bonn leiten. Der 53-Jährige folgt Elke König, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Ende Februar verlässt, um die Leitung der neuen europäischen Behörde zur Abwicklung maroder Banken in Brüssel zu übernehmen.

Hufeld wird ab dem Wochenende dann als neuer Chef unter anderem Banken und Investmentfonds beaufsichtigen. Seit 2013 ist er bei der BaFin bereits für die Kontrolle von Versicherungen zuständig. Zuvor hatte Hufeld wie seine Vorgängerin König viele Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet – unter anderem für die Unternehmensberatung Boston Consulting, die Dresdner Bank und den Versicherungsmakler Marsh.

Als er 2010 dort aufhörte, konzentrierte sich Hufeld zunächst auf einige Beteiligungen und Aufsichtsratsmandate. Anfang Januar 2013 übernahm er dann als Exekutivdirektor die Versicherungsaufsicht bei der BaFin. Eines seiner Großprojekte: Die Branche in Deutschland fit machen für härtere europäische Kapitalanforderungen („Solvency II“).

Insider hoffen, dass durch Personal von außen frischer Wind in die Behörde kommt, die von Kritikern als bürokratisch und altmodisch beschrieben wird. In Richtung Versicherungsbranche sagte Hufeld schon mal vorsorglich: „Aufsicht muss auch beißen können - allein die noch so gute Analyse tut es nicht“.

Hufeld ist verheiratet, hat zwei Kinder und gilt als Mann der leisen Töne. Wenn er etwas sagt, hören die Vorstandschefs jedoch genau zu. Besonders im Versicherungssektor genießt der Jurist, der in Mainz, Freiburg und Harvard studiert hat, hohes Ansehen.

Der 53-Jährige übernimmt eine Institution, die gerade dabei ist, sich neu auszurichten. Für die Aufsicht über die wichtigsten europäischen Geldhäuser ist seit November die EZB zuständig, BaFin und Bundesbank sind an der Kontrolle der größten deutschen Institute aber weiter beteiligt. „Die BaFin ist für die EZB eine wichtige Brücke, um die Besonderheiten des deutschen Finanzsystems zu verstehen - sie hat schließlich einen Informationsvorsprung“, sagt der Finanzexperte Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim.

Hauptverantwortlich ist die BaFin weiter für die Wertpapieraufsicht sowie die Kontrolle von kleineren Banken, Investmentfonds und Versicherungen. „Ich mache mir keine Sorgen, dass die BaFin arbeitslos wird“, sagte Unions-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus. Künftig solle sich die Behörde, die der Fachaufsicht des Bundesfinanzministeriums unterliegt, schließlich auch verstärkt um Verbraucherschutz kümmern.

Gute Aufsicht bestehe darin, „dass man mal zupfen und mal streichen kann“, sagte Cello-Spieler Hufeld einmal in einem Interview. Unions-Fraktionsvize Ralph Brinkhaus forderte kürzlich: „Die BaFin muss auch künftig ein schlagkräftiger Aufseher bleiben“. Sie solle „bei der Kontrolle der Großbanken mitwirken und die Besonderheiten des Finanzplatzes Deutschland in internationalen Gremien vertreten.“



dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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