Neuer Berliner Finanzsenator
Ulrich Nussbaum: Smarter Paradiesvogel

Ab dem 1. Mai heißt der neue Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Wegbegleiter des 51-jährigen promovierten Juristen charakterisieren ihn als "smarten, jugendlich wirkenden Paradiesvogel, der sich ungern einbinden lässt." Dass er sich ungern verbiegen lässt, stellte Nußbaum zuletzt bei der rot-grünen Kabinettsbildung in Bremen im Oktober 2007 unter Beweis.

Der SPD-nahe, aber parteilose Politiker sollte nach vier Jahren Amtszeit vom Finanz- in das Wirtschaftsressort wechseln. Doch Nußbaum stieg aus der Koalition aus, weil er sich vom SPD-Landeschef Uwe Beckmeyer gedrängt fühlte, in die Partei einzutreten.

Nußbaum, geboren in Trier, verheiratet, zwei Kinder, studierte Jura und Politik in Saarbrücken, Genf und London. Seine mit "summa cum laude" abgeschlossene Doktorarbeit trägt den Titel "Rohstoffgewinnung in der Antarktis". Nach dem Studium ging er nach Bremerhaven. Der Bentley-Fahrer arbeitete in verschiedenen Führungspositionen in den Bereichen Verwaltung, Finanzen und Handel. 1998 kaufte er ein international tätiges Unternehmen - die SLH Sea Life Harvesting Gruppe, das weltweit Tiefkühlfisch importiert und weiterverkauft. Der langjährige Vize-Präsident der IHK Bremerhaven will künftig nicht mehr unternehmerisch tätig sein, aber Gesellschafter seiner Firma bleiben.

Fachlich kommt auf Nußbaum angesichts der riesigen Schuldenberge in Bremen und Berlin nicht viel Neues zu. Bei seiner gestrigen Vorstellung kündigte Nußbaum zwar an, er wolle die Zeit bis zum Wechsel seines Vorgängers Thilo Sarrazin zur Bundesbank damit verbringen, sich auf die speziellen Berliner Verhältnisse vorzubereiten. Doch wie einst Sarrazin, ließ er gleich einen flotten Spruch los: "In Bremen hatten wir ähnliche Probleme, nur mit ein paar Nullen weniger."

In Bremen selbst ist man über den Wechsel offenbar nicht unglücklich. "Nußbaum passt gut zu Wowereit und lässt uns hoffentlich in Ruhe", hieß es dort. Hintergrund der Äußerung: Thilo Sarrazin ließ keine Gelegenheit aus, um im Streit um den Länderfinanzausgleich den Stadtstaat im Norden zu attackieren.

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