Neuer Chefvolkswirt: Draghis EZB-Coup für Merkel „peinliche Schlappe“

Neuer Chefvolkswirt
Draghis EZB-Coup für Merkel „peinliche Schlappe“

Deutschland muss sich von dem Gedanken verabschieden, immer den Posten des EZB-Chefvolkswirts zu besetzen. Dass ein Belgier künftig den Spitzenjob übernimmt werten die Grünen als Niederlage für Merkel.
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Berlin/FrankfurtDie Grünen sehen in der Berufung des Belgiers Peter Praet zum neuen EZB-Chefvolkswirt anstelle des Deutschen Jörg Asmussen eine Niederlage für Schwarz-Gelb. „Für die Bundesregierung ist das eine peinliche personalpolitische Schlappe“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, der „Rheinischen Post“.

„Der Versuch der Bundesregierung, das Amt des EZB-Chefvolkswirts als eine Art Erbhof zu betrachten, ist gründlich gescheitert“, sagte Schick. Eine Richtungsentscheidung sei mit der Ressortverteilung in der EZB aber wohl nicht gefallen. Dagegen sieht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die EZB nun gut gerüstet für die Zukunft. „Der neue Aufgabenzuschnitt im Direktorium der EZB ist eine ausbalancierte Entscheidung“, erklärte Schäuble am Dienstagabend. „Die EZB ist für die anstehenden Herausforderungen personell gut aufgestellt.“

Erstmals ist der renommierte Posten künftig nicht mit einem Deutschen besetzt. Der 62 Jahre alte Währungsfachmann Praet tritt die Nachfolge von Jürgen Stark an, der aus Protest gegen die Staatsanleihenkäufe der Notenbank und die Entwicklung der Währungsunion vorzeitig gegangen war. Eigentlich galten der Deutsche Jörg Asmussen und der Franzose Benoît Coeuré als aussichtsreichste Kandidaten für die Nachfolge.

Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, kritisierte das Personaltableau scharf. „Ein Franzose kümmert sich um die Staatsanleihenkäufe, ein Belgier bekämpft die Ursachen der Überschuldungskrise, ein deutscher Sozialdemokrat überwacht die Vereinbarungen der Troika, ein Portugiese ist Vizepräsident und ein Italiener ist der Chef von allem, und alle kommen aus dem gleichen Taubenschlag“, schrieb der Liberale auf seiner Facebook-Seite mit Blick auf die geldpolitische Ausrichtung der neuen EZB. Für ihn sind demnach die Verantwortlichen in der Zentralbank so genannte Tauben, die anders als die „Falken“ beim Thema Preisstabilität ein Auge zudrücken, um mit niedrigen Zinsen die lahmende Konjunktur

in Schwung zu bringen.

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Kommentare zu " Neuer Chefvolkswirt: Draghis EZB-Coup für Merkel „peinliche Schlappe“"

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  • Die Tatsache ist, dass Praet als Chefvolkswirt besser qualifiziert ist als Asmussen (und Stark) - das sollte wichtiger sein als seine Nationalität.

  • Respekt wie die EZB Herrn Asmussen auf's Dreirad gesetzt hat.

    Andererseits ist es aber auch eine Warnung vor den Typen, die sich der EZB bemächtigt haben.

  • Die guten Männer hat Merkel alle entsorgt oder diese gingen von alleine.
    Nun hat sie nur noch Männlein um sich und so langsam merkt man, dass das nachteilig ist.
    Tja so ist das, wenn man nach Art des Politbüros eigene fundiere Meinunen verjagt und sich nur noch mit Vasallen umgibt
    Die Welt kann sich freuenm, jetzt bestimmen andere über Detuschlands Geld und das wird dann in Strömen fließen

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