Neuer Entwurf: CDU will „Großelternzeit“ einführen

Neuer Entwurf
CDU will „Großelternzeit“ einführen

Ein neuer Entwurf des Parteivorstands schlägt vor, analog zur Elternzeit eine Großelternzeit einzuführen. Großeltern, die sich um ihre Enkel kümmern, sollen so leichter eine Auszeit von ihrem Beruf nehmen können.
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BerlinNach dem Vorbild der Elternzeit will die CDU nun auch eine Großelternzeit einführen. Der Parteivorstand legt dazu an diesem Montag einen Entwurf vor, der zudem die Einführung des in CDU-Reihen umstrittenen Betreuungsgeldes bekräftigt. In dem der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag) und der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Entwurf heißt es: „Analog zur dreijährigen Elternzeit werden wir eine Großelternzeit einführen, damit Großeltern leichter eine Auszeit vom Beruf nehmen können, wenn sie sich um ihre Enkel kümmern.“

Das Elternzeitgesetz gewährt Müttern und Vätern bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ihres Kindes einen Rechtsanspruch auf Elternzeit. Voraussetzungen dafür sind, dass die Eltern das Kind selbst betreuen und mit ihm in einem Haushalt leben.

In dem Entwurf ist nicht näher beschrieben, wie eine Großelternzeit verwirklicht und ob diese ebenfalls gesetzlich geregelt werden soll. Es gehe jetzt um eine politische Willensbekundung, dass Großeltern generell einen Anspruch auf Betreuung ihrer Enkel haben sollen, hieß es in der CDU. Details müssten auf Ministeriumsebene geklärt werden wie etwa der Rechtsanspruch auf Rückkehr in eine Vollzeitstelle.

Zugleich betont die CDU-Spitze, dass an dem in der schwarz-gelben Koalition umstrittenen Betreuungsgeld nicht gerüttelt werde. „Wir werden deshalb ab dem Jahr 2013 als zusätzliche Anerkennungs- und Unterstützungsleistung ein Betreuungsgeld in Höhe von zunächst 100 Euro für das zweite (Lebensjahr) und ab dem Jahr 2014 von 150 Euro für das zweite und dritte Lebensjahr des Kindes einführen“, heißt es in dem Entwurf.

Eine Reihe von CDU-Bundestagsabgeordneten wehrt sich gegen die Einführung des im November von den Koalitionsspitzen beschlossenen Betreuungsgeldes. Befürchtet werden Nachteile für Kinder sogenannter bildungsferner Eltern, wenn sich diese nicht wie Betreuer in Kindertagesstätten um ihren Nachwuchs kümmern können. Die CSU besteht auf dem Betreuungsgeld und will andere Koalitionsbeschlüsse infrage stellen, sollte es gekippt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wir sollten auch noch eine Enkelzeit einführen.
    Für die Enkel, die sich um ihre Großeltern kümmern.

    Und eine Onkel- und Tantenzeit. Für die Onkel und Tanten die sich um ihre Neffen und Nichten kümmern.

    Dann fehlt auch noch eine Neffen- und Nichtenzeit, für die Neffen und Nichten ....

    Wir sollten überhaupt dem Staat in jedem Bereich, ich wiederhole: in JEDEM Bereich unseres persönlichen Lebens über Beihilfen und Subvention die Verantwortung für dessen Organisation überlassen.
    Dann hat er auch das Recht, dieses zu kontrollieren, um Missbrauch zu verhindern.

    Der Traum unserer Politiker: Für alles zuständig und unentbehrlich.

  • Nein, am besten auf Facebook posten. So kann man kontrollieren was Oma und Opa mit ihren Enkeln so anstellen, wenn Mutter arbeiten ist. Überhaupt, wir brauchen noch ein paar Kontrollettis, damit sich auch keiner in den Familien Leistungen "erschleicht".
    Ohmygod, gut das ich mein Rentenalter nicht in Deutschland erleben muß.

  • Der Vorschlag ist wirklich g*il. Mal gucken ob da nicht manche demente Oma noch ein bischen "durchält", und dann auch noch die Urenkel betreut. Wenn dann das Durchschnittsalter auf 80 steigt, dann können ja alle noch die UrUr-Enkel versorgen.
    Sorry, ich muß ablachen!

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