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Neuer Kartellamtschef: Steiler Aufstieg im Namen des Wettbewerbs

exklusiv Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle überrascht mit seiner Entscheidung, wer neuer Präsident des Bundeskatellamts wird: Andreas Mundt tritt die Nachfolge von Bernhard Heitzer an, der in das Bundeswirtschaftsministerium als beamteter Staatssekretär gewechselt ist.

Andreas Mundt soll neuer Kartellamtschef werden. Quelle: dpa
Andreas Mundt soll neuer Kartellamtschef werden. Quelle: dpa

BERLIN. Andreas Mundt. An den Namen wird man sich im politischen Berlin erst gewöhnen müssen. Der 49-jährige Jurist tauchte in den letzten Tagen bei keiner einzigen Personalspekulation auf, als es um die Nachfolge von Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer ging. Dieser war vor einem Monat als beamteter Staatssekretär ins Bundeswirtschaftsministerium gewechselt.

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Das Haus von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) wollte sich zu der Personalie nicht äußeren, dementierte aber auch nicht. Im Bundeskartellamt hieß es, man wisse nichts von der Entscheidung. Doch nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen gilt die Ernennung von Andreas Mundt durch das Bundeskabinett als sicher. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll bereits ihre Zustimmung zu dem neuen Präsidenten des Bundeskartellamts gegeben haben.

Mundt ist in Bonn geboren, verheiratet, hat zwei Kinder. Er studierte zunächst in seiner Heimatstadt Jura und wechselte später nach Lausanne. 1990 ging Mundt ins Bundeswirtschaftsministerium, das ihn von 1992 bis 1999 an die FDP-Bundestagsfraktion auslieh. Sein thematischer Schwerpunkt lautete damals nicht Kartellrecht, sondern Sozialpolitik.

Danach wechselte er ins Bundeskartellamt nach Bonn, wo er in unterschiedlichen Funktionen tätig war, zuletzt als Direktor und Leiter der Abteilung für Grundsatzfragen des Kartellrechts. In dieser Funktion arbeitete er jahrelang eng mit Bernhard Heitzer zusammen. Die beiden haben nicht nur einen guten persönlichen Draht zueinander. Heitzer ist wie sein heutiger Chef Brüderle ebenfalls ein FDP-Mann.

Kartellrechtsexperten halten die Berufung von Mundt mit seinem FDP-Hintergrund aber nicht parteipolitisch, sondern vor allem fachlich für begründet. Mundt gelte als ausgewiesener Fachmann. „Für die Kartellrechtswelt ist die Ernennung eine tolle Sache“, sagt Tobias Klose, renommierter Kartellrechtler bei der Kanzlei Freshfields in Düsseldorf. Mundt sei national wie international ein echtes Aushängeschild.

Ob so große Freude auch bei den Unternehmen ausbricht, bleibt jedoch abzuwarten. Amtsvorgänger Heitzer leitete beispielsweise umfassende Untersuchungen bei den Stromerzeugern ein. RWE und Eon können davon ein Lied singen. Ebenfalls mit dem Namen Heitzer verbunden sind die harten Auflagen für die Übernahme von Plus durch Edeka. Nur zwei von vielen Beispielen einer wirkungsvollen Wettbewerbskontrolle.

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