Neuer Landwirtschaftsminister: Für Friedrich beginnt die Saure-Gurken-Zeit

Neuer Landwirtschaftsminister
Für Friedrich beginnt die Saure-Gurken-Zeit

Agrarminister Hans-Peter Friedrich besucht morgen die Grüne Woche. Dabei wäre er lieber Innenminister geblieben. Stattdessen wurde er in die zweite Kabinettsreihe versetzt. Große Baustellen warten aber auch im neuen Job.
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BerlinBei seinem ersten großen Auftritt als Landwirtschaftsminister warten auf Hans-Peter Friedrich Würste und Schnäpse. In Berlin beginnt am Freitag offiziell die Internationale Grüne Woche. Die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau ist ein Pflichttermin für Friedrich. Gern gesehene Fotomotive: Minister auf Traktor, Minister knabbert an Käse, Minister mit Maßkrug.

Für Friedrich, Volljurist und bis zuletzt Innenminister, beginnt die Saure-Gurken-Zeit. Er musste sich von einem Kernressort verabschieden. Nicht freiwillig. Er wäre gerne Innenminister geblieben, obwohl er in der NSA-Affäre keine gute Figur abgab. Seine Amtsführung in der Krise habe seinen Abschied aber nicht besiegelt, ist er überzeugt. „Die NSA-Affäre hat nichts damit zu tun“, sagte er dem „Münchner Merkur“. Außerdem habe er als Innenminister wichtigere Themen gehabt: Zuwanderung, Integration, die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.

Friedrich bemüht sich, die Versetzung in die zweite Reihe der Ministerriege zu relativieren: „Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht geltungssüchtig bin“, sagte er. Für die CSU habe in der neuen Koalition ein großes Ressort wie das Innenministerium einfach nicht mehr zur Verfügung gestanden, sagt auch der Politologe Heinrich Oberreuter im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Deshalb galt für Herrn Friedrich: irgendeins oder keins. Dass das Landwirtschaftsministerium nicht den gleichen Stellenwert hat wie das Innenressort wird er selbst wissen“, sagt Oberreuter.

Zumal das Landwirtschaftsministerium zusätzlich beschnitten wurde und der Minister alle Verbraucherschutzthemen, die sich nicht mit Lebensmitteln beschäftigen, an das Justizministerium abtreten musste. „Dennoch“, sagt Oberreuter, „Friedrich kann sich bestätigt fühlen, dass er überhaupt ein Ministerium bekommen hat.“ So ging beispielsweise Friedrichs Parteifreund und Ex-Verkehrsminister Peter Raumsauer leer aus.

Man dürfe das Gewicht des Ministeriums auch nicht allein an der Zahl der Themen messen, sagt Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer beim Industrieverband Agrar, gegenüber Handelsblatt Online. „Sicher bewirkt der neue Zuschnitt auch wieder einen Fokus auf die Kernkompetenz des Hauses. Die Landwirtschaft braucht im Moment einen echten Landwirtschaftsminister.“

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  • Friedrich als Agrarminister ?

    Der würde doch glatt versuchen einen Ochsen zu melken !

    Damit will ich natürlich nicht irgend etwas in Bezug auf seine Sexualität implizieren, das will ich an dieser Stelle ganz klar stellen.

    Wer so etwas denkt ist ein Schmutzfink !

    Ich wollte nur seine beschiedene Berufserfahrung auf dem Agrarsektor hinweisen.

    Man ist noch lange kein Bauer, nur weil Andere einen hinterrücks so nennen !

  • Da kann man sich aber noch einen anderen Grund denken. De Maiziere ist erst einen Tag vor Vertragsunterzeichnung von Frau Merkel dazu gedrängt worden, ins Innenministerium zurückzugehen, völlig gegen dessen Willen. Sie hatte für die Verteidigung die Wunderpersonalie „erste Ministerin“ finden können. Weshalb? Mein Reim darauf: Man wird aus NRW Frau Merkel „durchgereicht“ haben, dass mit de Maiziere Unruhe in die Frage Bonn-Berlin-Gesetz kommt, weil er sein Ministerium „effizient“ ans Parlament verlegen wollte. So was lässt NRW nicht einfach gelten, noch dazu, wo de Maiziere das Gesetz im Koalitionsvertag ERSTMALS unerwähnt lassen wollte, und wie jedes Gesetz behandelt. (Es wurde dann „mit viel politischem Druck aus NRW“ wie alle vier Jahre wieder, am Parlament vorbei, als nicht zu änderndes von der Regierung "festgelegt".) - Da CSU-Ramsauer von Anfang an schon ausgeschaltet wurde, und „Agrar“ Sache der Bayern ist, ließ sich das Friedrich doch anbieten!

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