Neuer Pflege-Tüv vertagt
Angst vor der Wahl des Pflegeheims

Die Hälfte der Deutschen fürchtet, im Alter im falschen Pflegeheim zu landen. Die Angst vor schlechter Versorgung im letzten Lebensabschnitt ist groß. Doch Hilfe aus der Politik kommt noch immer nicht.
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BerlinEine Million Pflegebedürftige pro Jahr sucht nach einem Platz im Pflegeheim. Sie haben die Qual der Wahl, bei der sie die Politik seit geraumer Zeit alleine lässt. Hat mein zukünftiges Pflegeheim genug Personal? Passt die Ausstattung zu meinen Bedürfnissen? Ermöglicht es mir als Pflegebedürftigem eine gute Lebensqualität? Jeder zweite Deutsche hat das Gefühl, diese Fragen nicht sicher beantworten zu können. 90 Prozent der Deutschen verlangen aus diesem Grund mehr Informationen über Pflegeeinrichtungen. Das zeigt eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid durchgeführt hat.

Der 2009 mit viel Tamtam eingeführte sogenannte Pflege-Tüv mit den „Pflegenoten“ liefert bisher nicht genug oder sogar die falschen Informationen. Denn er ist auch auf Drängen der Lobby der Heimbetreiber so gebaut, dass bisher nahezu alle Heime Pflegenoten zwischen eins und zwei erreichen. Es gibt etliche Beispiele, dass Pflegeheime wegen schwerer Mängel geschlossen wurden, die beim Tüv Noten im Einserbereich bekommen hatten.

Ein Grund dafür ist, dass schlechte Beurteilungen bei der eigentlichen Pflege und der Betreuung der „Kunden“ durch gute Noten für schöne Eingangsbereiche oder andere weiche Faktoren ausgeglichen werden. Zudem wurde die Qualität der Versorgung fast nur anhand der „dokumentierten“ Pflege gemessen. Wie gut es den Gepflegten in den Einrichtungen tatsächlich ging, wurde allenfalls stichprobenartig erfasst.

Ein vom  Gesetzgeber bereits 2016 mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz neu geschaffener Qualitätsausschuss sollte eigentlich an diesem Informationsmissstand bis Ende des Jahres etwas ändern. Zudem sollten neue Kriterien für die Messung der Qualität und ihre verständliche Darstellung entwickelt werden. Dabei sollte erstmals auch die Ergebnisqualität systematisch erfasst werden.

Die neuen Qualitätsdarstellungsvereinbarungen sollten für den stationären Bereich eigentlich bis zum 31. Dezember 2017 beschlossen und anschließend umgesetzt werden, für den ambulanten Bereich bis zum 31. Dezember 2018. Der Ausschuss sollte auch ein Konzept für die Qualitätssicherung in neuen Wohnformen entwickeln, um der weiterhin wachsenden Bedeutung von Wohngemeinschaften oder betreutem Wohnen gerecht zu werden. Zudem begleitet der Qualitätsausschuss die Entwicklung eines bundeseinheitlichen Personalbemessungsverfahrens in Pflegeeinrichtungen.

Inzwischen steht aber fest, der aus Vertretern der Pflegekassen, der Pflegeeinrichtungen, der Sozialhilfe und der kommunalen Spitzenverbände, der privaten Krankenversicherung und der Verbände der Pflegeberufe bestehende Ausschuss wird nicht rechtzeitig fertig. Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung, hat dafür kein Verständnis. Ein gutes Informationssystem sei kein Hexenwerk, meint Etgeton.

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Große Unterschiede bei der Pflegequalität

Kommentare zu " Neuer Pflege-Tüv vertagt: Angst vor der Wahl des Pflegeheims"

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  • Hauptsache der Pflegebedürftige wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans u. sitzt ruhig in der Ecke u. stellt keine Ansprüche. Der Betrugsladen Pflege funktioniert in Deutschland besonders gut, man braucht nur in ein Pflegeheim rein zu gehen, der Gestank haut einen fast um, da kann man sich wirklich wohlfühlen, für 4000.- Euro im Monat

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