Neuer SPD-Parteichef kennt seine Defizite
Müntefering-Porträt: "Ich bin ein Provinzler"

Er ist notorischer Nichtschwimmer und soll die SPD vor dem Untergang retten. Er trägt niemals eine Uhr und will der Partei trotzdem klarmachen, was die Stunde geschlagen hat. „Ich übernehme den Parteivorsitz zu 90 Prozent aus Pflicht, 10 Prozent sind Kür. Aber die will ich genießen“, sagt Franz Müntefering über seine kommenden Aufgaben.

HB BERLIN. Nicht festlegen will sich der 64-Jährige, bis wann er auf der „Zinne der Partei“ bleiben will. Dass Willy Brandt erst mit 74 Jahren den Vorsitz aufgab, ist für ihn keine Messlatte. „Ich habe keine feste Vorstellung davon, wie lange ich das mache.“ Aber - so fügt der Meister der kurzen Sätze hinzu - „ein Hopper bin ich nicht“.

„Ich habe den Parteivorsitz nicht geplant und nicht mit dieser Situation gerechnet. Es kam in meinem Leben einige Male vor, dass solche Aufgaben auch mich zugekommen sind“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der mehr als 20 Jahre in einer kleinen Metallfirma arbeitete, bevor er sich ganz für die Politik entschied.

Als Spätstarter machte er eine steile Karriere: 1966 Eintritt in die SPD, „weil ich mich nach acht Jahren Schule um meine Lebenschancen betrogen fühlte“, 1975 erstmals im Bundestag, Minister und SPD- Landeschef in NRW, Bundesgeschäftsführer, Bundesminister, SPD- Generalsekretär, Fraktionschef im Bundestag und jetzt Doppel- Vorsitzender.

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