Neuer Tiefstand
Thüringer Kommunalwahl mit desaströser Beteiligung

Die Thüringer haben am Sonntag neue Bürgermeister und Landräte gewählt - und noch nie seit der Wende haben sich an der Kommunalwahl so wenige Stimmberechtigte beteiligt. Zwar wurde die CDU rein rechnerisch stärkste Kraft, in den großen Städten schaffte es jedoch keiner ihrer Bewerber im ersten Anlauf.

HB ERFURT. Wie der Chef des Thüringer Landesamts für Statistik, Günter Krombholz, am Abend in Erfurt mitteilte, gingen nur 42,3 Prozent der Berechtigten zur Wahl. Der bisherige Tiefpunkt nach der Wiedervereinigung lag bei den Oberbürgermeister- und Landratswahlen im Jahr 2000 mit 45,2 Prozent.

Wie bei der vorangegangenen Kommunalwahl wurde die CDU prozentual stärkste Kraft. Für ihre Kandidaten für die Ämter der Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte entschieden sich thüringenweit 41,6 Prozent der Wähler. Auf Platz zwei kam die SPD (25,4 Prozent), gefolgt von der Linkspartei (18,0 Prozent).

In den kreisfreien Städten des 2,3-Millionen-Einwohner-Landes mit einer CDU-Alleinregierung gewann jedoch kein CDU-Bewerber im ersten Anlauf den Posten des Oberbürgermeisters. In Suhl im Thüringer Wald wurde das bisher regierende Stadtoberhaupt Martin Kummer (CDU) gar bereits in der ersten Runde von Jens Triebel von den Freien Wählern aus dem Feld geschlagen, der die absolute Mehrheit erzielte.

In der Landeshauptstadt Erfurt, deren CDU-Oberbürgermeister Manfred Ruge nicht wieder antrat, treten die Bewerber von CDU und SPD in zwei Wochen zur Stichwahl an, ebenso in Eisenach und im bisher FDP-regierten Jena. In Weimar, wo der parteilose Rathauschef Volkhardt Germer nicht wieder antrat, schafften es der SPD-Bewerber und der Kandidat des Bürgerbündnisses Weimarwerk ins Finale; der CDU-Bewerber, Sozialstaatssekretär Stephan Illert, fiel durch und kam nur auf Platz vier. Auch in Gera machen der parteilose Bewerber und der SPD-Kandidat die Sache unter sich aus.

In den Landkreisen gewannen CDU-Bewerber sieben Landratsposten im ersten Anlauf, drei gingen an die SPD und einer an einen Parteilosen. In sechs Landkreisen sind Stichwahlen erforderlich.

Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) kommentierte das Wahlergebnis mit den Worten, es habe sich nicht um einen Stimmungstest für seine Partei gehandelt. Dafür hätten sich die Themen zu stark an kommunalen Problemen orientiert. SPD-Landeschef Christoph Matschie meinte dagegen, der erste Wahlgang habe gezeigt, dass es in vielen Landkreisen und kreisfreien Städten eine Mehrheit jenseits der CDU gebe.

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