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Neuer TÜV: Verbraucherschützer finden Finanzsiegel ungenügend

Verbraucherschützer halten die Beschlüsse der Koalition über ein Finanzsiegel für unzureichend. Nach wie vor würden Verbraucher nicht angemessen vor gefährlichen Finanzmarktprodukten und unseriösen Anbietern geschützt.

Beratung über Geldanlagen: Stiftung Warentest soll künftig stärker eingebunden werden. Quelle: dpa
Beratung über Geldanlagen: Stiftung Warentest soll künftig stärker eingebunden werden. Quelle: dpa

BerlinDer Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat die Beschlüsse der Koalitionsspitzen für ein Gütesiegel bei Finanzprodukten als unzureichend kritisiert. Die Verbraucher würden nach wie vor nicht angemessen vor gefährlichen Finanzmarktprodukten und unseriösen Anbietern geschützt, sagte Verbands-Chef Gerd Billen am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

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Die stärkere Einbindung der Stiftung Warentest und die gezielte Untersuchung von Finanzprodukten sei zwar zu begrüßen. Die Aufstockung der Mittel um 1,5 Millionen Euro reicht aus Sicht von Billen aber nicht aus. „Sie wird damit keinen Finanz-TÜV leisten können.“ Es seien an die 800.000 Finanzprodukte auf dem Markt. „Daher wird die Stiftung Warentest auch hier nur einen Tropfen auf dem heißen Stein leisten können.“ Nötig sei ein Ausbau der unabhängigen Finanzberatung vor allem der Verbraucherzentralen.

Aus Sicht des obersten Verbraucherschützers handelt es sich um ein Ablenkungsmanöver der Bundesregierung, weil sie an die „wirklichen Dinge“ nicht herangehen wolle. „Die angekündigte Reform der Finanzaufsicht fällt ins Wasser“, kritisierte Billen. Bei der obersten Finanzaufsicht BaFin gebe es keinen Verbraucherschutz. Der Finanzminister könne sich einfach um diese Aufgabe herumdrücken.

Mit Blick auf die Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble, den Einfluss der Bankenverbände auf die BaFin zu beschneiden und den Verwaltungsrat der Aufsicht von allen Interessenvertretern zu befreien, sagte Billen: „Das ist Kosmetik, das ist kein revolutionärer Schritt.“ Dies sei eine pure Selbstverständlichkeit. „Schlimm genug, dass es vorher anders war.“ Es gebe nach den bisherigen Plänen Schäubles für die Reform der nationalen Finanzaufsicht aber keinen bemerkenswerten Aufbau der Verbraucherbeteiligung. Der geplante Beirat habe keine eigene Kompetenzen. „Deshalb ist es schlicht mangelhaft, was die Bundesregierung im Bereich Finanzmarktaufsichtsreform vorgelegt hat.

  • 06.03.2012, 13:41 UhrTrueffelsucher

    Den Anlegerschützern kann geholfen werden!

    Am 30.8.2011. schrieb die FAZ (http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/aktienanleihen-die-meisten-sind-zu-teuer-11127526.html)

    Seit dieser Zeit kann jeder potentielle Anleger die von seinem Berater empfohlene Aktienanleihe durch Eingabe der ISIN Nr. im Internet bei www.aktienanleihen-analyse.ch hochrechnen lassen.
    Geliefert werden alle für einen Kauf entscheidenden Fakten und ein Preisvergleich zwischen dem geplanten Zertifikatekauf und eine Direktanlage. Kontrollkalkulationen zeigen verdeckte Verlustfallen an. Die Grösse der aktuellen Risikopuffer und zusätzlich vorhandenen Sicherheitsmargen sind mit einem Blick abzulesen. Wer diese kostenlose Kontrollmöglichkeit nutzte, konnte die meisten Klippen umschiffen. Im veröffentlichten Musterdepot kann jeder der möchte, sich davon überzeugen. Die AAA DM AG ist bekannt für größtmögliche Transparenz. Der Stiftung Warentest, der Bafin, der FINMA und allen Anlegerschützern kann geholfen werden. Bankenunabhägig von I/I-Anlegern.

  • 05.03.2012, 15:11 UhrKeepCool

    Welche Art von Beratung wünschen Verbraucherschützer? Geldanlage beinhaltet Risiken; das lässt sich nicht vermeiden. Schlauer ist man immer erst hinterher.


    Kauft man...

    Aktien: fallen sie.
    Gold: war es eine Blase.
    Zertifikate: zahlt man die versteckten Gebühren.
    Staatsanleihen: fällt der Schuldner aus.


    Legt man sein Geld...

    aufs Sparbuch: frisst einen die Inflation.
    unters Kopfkissen: findets die Putze.


    Am besten man hat kein Geld. Kann man keines verlieren. Hans im Glück.

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