Auch im Fall Opel laufen die Fäden künftig bei Brüderle zusammen. Für die aufreibende Tages- und Detailarbeit kann er sich in dieser Frage allerdings auf den beamteten Staatssekretär Jochen Homann verlassen, der nach Informationen aus Koalitionskreisen auf seinem Posten bleiben soll. Grundsätzlich sieht Brüderle die geplante Opel-Rettung äußerst skeptisch. Im neuen Amt wird er es sich aber kaum leisten können, seine Position aus den vergangenen Monaten zu wiederholen.
Beim Thema Energie kann sich Brüderle als Vorkämpfer für mehr Wettbewerb profilieren. Bei der Verlängerung von Laufzeiten für Kernkraftwerke wird der künftige Wirtschaftsminister die vier großen Betreiberkonzerne kaum mit Samthandschuhen anfassen – Brüderle hat es nicht so mit den Großkonzernen, er ist bekennender Fan des Mittelstandes.
Als parlamentarische Staatssekretäre stehen Brüderle nach Angaben aus Koalitionskreisen künftig die FDP-Politiker Ernst Burgbacher und Hans-Joachim Otto sowie der Unionspolitiker Eckart von Klaeden zur Seite. Ernst Burgbacher ist Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Hans-Joachim Otto ist Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien. Eckart von Klaeden hat sich insbesondere als Außenpolitiker einen Namen gemacht.
Das Kabinett
Die Minister der schwarz-gelbe Regierung im Überblick:
Bundeskanzlerin: Angela Merkel (CDU)
Kanzleramt: Ronald Pofalla (CDU)
Auswärtiges: Guido Westerwelle (FDP, Vize-Kanzler)
Verteidigung: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
Inneres: Thomas de Maizière (CDU)
Finanzen: Wolfgang Schäuble (CDU)
Wirtschaft: Rainer Brüderle (FDP)
Gesundheit: Philipp Rösler (FDP)
Arbeit & Soziales: Franz Josef Jung (CDU)
Familie: Ursula von der Leyen (CDU)
Umwelt: Norbert Röttgen (CDU)
Justiz: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)
Bildung: Annette Schavan (CDU)
Verkehr & Bau: Peter Ramsauer (CSU)
Entwicklung: Dirk Niebel (FDP)
Agrar: Ilse Aigner (CSU)