Neuer Wirtschaftsminister
Wirtschaft feiert Karl-Theodor zu Guttenberg

Er wird von der Wirtschaft mit offenen Armen empfangen: Karl-Theodor zu Guttenberg. Der CSU-Politiker sei "bestens geeignet" für die neue Aufgabe als Bundeswirtschaftsminister, so Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Zu Guttenberg selbst will Zeichen setzen.

ink/pm/saf/str BERLIN. Dieter Hundt ist voll des Lobes über den Neuen, über Karl-Theodor zu Guttenberg. Er verfüge über internationale Erfahrungen und Kontakte, die bei der Überwindung der globalen Krise wichtig seien, sagte der Arbeitgeberpräsident. Ähnlich äußerten sich die Spitzenvertreter von BDI und DIHK. Zu Guttenberg wird bereits heute die Nachfolge seines Parteifreundes Michael Glos im Wirtschaftsministerium antreten.

Hundt hob außerdem hervor, zu Guttenberg sei mit den Problemen des Mittelstandes aus eigener unternehmerischer Praxis bestens vertraut. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sagte, durch seine internationale Verankerung habe er die Chance, "wertvolle Akzente für Europa und die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen zu setzen". Der BDI wünsche dem neuen Minister "einen klaren und verlässlichen ordnungspolitischen Kompass und Impulse für eine ganzheitliche und zukunftsweisende Wirtschaftspolitik", sagte Keitel.

Der künftige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) selbst will in der Finanz- und Wirtschaftskrise trotz möglicherweise nur kurzer Amtszeit Zeichen setzen. Er sagte dem ZDF-„heute-journal“: „Wir haben jetzt eine Phase, in der Tatkraft und Leidenschaft für Wirtschaftspolitik gefragt ist.“ Zur Lösung der Krise seien die Instrumente der Politik in Deutschland angemessen. Guttenberg: „Wir müssen das, was die große Koalition hervorgebracht hat, so weit nach vorne tragen, dass wir nicht auf weitere Konjunkturprogramme angewiesen sind.“ Dass er vielleicht nur ein gutes halbes Jahr bis zur Bundestagswahl im September Wirtschaftsminister sein wird, sieht der CSU-Politiker gelassen. Darüber hinausgehende Bedingungen habe er nicht gestellt: „Ich habe diese Aufgabe jetzt anständig wahrzunehmen.“

Zuvor hatte CSU-Chef Horst Seehofer zu Guttenberg am Montagmorgen in Absprache mit Bundeskanzlerin Angela Merkel für das Amt vorgeschlagen. Der bisherige CSU-Generalsekretär wird bereits heute von Bundespräsident Horst Köhler seine Ernennungsurkunde erhalten, Glos seine Entlassungsurkunde.

Glos hatte am Wochenende CSU-Chef Horst Seehofer unerwartet mit seinem Rückzug vom Ministeramt konfrontiert und die Union damit in eine Krise gestürzt. Während Seehofer noch am Samstag sagte, er lehne das Rücktrittsangebot von Glos ab, gab er dann am Sonntagabend seine Zustimmung.

Mit zu Guttenberg trägt Seehofer seinen radikalen Verjüngungskurs nach Berlin. Im Gespräch war als Kandidat bis zuletzt auch Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon, ebenfalls einer der jungen Hoffnungsträger der Christsozialen. Peter Ramsauer, der das Erstzugriffsrecht gehabt hätte, verzichtete dagegen auf das Amt und will bis zur Wahl weiter als CSU-Landesgruppenchef die Strippen in Berlin ziehen.

Spitzenpolitiker der Union räumten gestern ein, die letzten Tage seien chaotisch verlaufen. Das werde die weitere Arbeit belasten. "Allen ist klar, dass die Union in den nächsten Wochen vor allem mit sich selbst beschäftigt sein wird. An eine Rückkehr zur Normalität ist gar nicht zu denken", hieß es in der Spitze der Unionsfraktion. In die Kritik geriet CSU-Chef Seehofer. Er habe "keine Personalführungskompetenz".

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