Neuer zweifelhafter Vergleich
Stiegler poltert sich ins Abseits

Zum wiederholten Mal hat der als Linker geltende stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler, mit einer öffentlichen Äußerung für Aufsehen und für Empörung beim politischen Gegner gesorgt.

HB BERLIN. Stiegler kommentierte das Wahlprogramm der Union, in dem der Satz "Sozial ist, was Arbeit schafft", mit den Worten: "Arbeit macht frei. Das ist das, was mir bei diesem Begriff einfällt". Dieses Motto hatten sich die Nazis zu eigen gemacht und ihn unter anderem über den Toren zahlreicher Konzentrations- und Vernichtungslager angebracht, etwa in Auschwitz.

Stiegler verglich ferner CSU-Chef Edmund Stoiber mit Reichskanzler Heinrich Brüning aus der Weimarer Republik. Brünings Sparpolitik fand keine parlamentarische Mehrheit und wurde mit dem Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten durchgesetzt. Stiegler meinte nun: "Der Stoiber ist ein Neo-Brüning, der mit seiner Politik die Schussfahrt in die Rezession einleiten würde."

Stiegler hat bereits häufig mit deftigen und politisch zweifelhaften Sprüchen für Aufsehen gesorgt. Zuletzt war er einer der Wortführer der SPD-Kritik an Bundespräsident Horst Köhler und sagte: "Ich habe alle Bundespräsidenten seit 1966 erlebt, und keiner von ihnen war politisch so einseitig wie Köhler."

Vor einigen Monaten war Stiegler die Deutsche Bank angegangen. Sie habe sich von ihrer Position als erster Adresse des Mittelstands in Deutschland abgewendet und sei "im Goldrausch sozusagen in alle Welt verschwunden". Stieglers Kommentar dazu: "Wenn sie nicht mehr deutsch sein wollen, dann sollen sie auch ihren Namen hergeben und sich meinetwegen als erste Spekulationsbank der Cayman-Inseln benennen".

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