Neues Computersystem der Polizei
Schlechter Tag für die Kriminellen

Bisher haben Großrechner bei der Jagd nach Verbrechern geholfen. Nun soll Inpol-Neu, das neue Computersystem, Deutschlands Polizei helfen, Kriminelle aufzusöbern. Bundesinnenminister Otto Schily stellte das Polizei-Computersystem beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden offiziell vor.

HB WIESBADEN: Es basiert auf polizeiinterner Internet- Technologie und soll die Suche nach Tatwaffen und Verdächtigen so leicht machen wie das Surfen im Internet.

Das neue System ermögliche an bundesweit 270 000 Abfragestellen Zugriff auf aktuelle Fahndungsdaten, sagte Schily. Daten von Straftätern, Tatwerkzeugen und Fotos könnten erstmals verknüpft werden. Damit bekäme die Polizei von Bund und Ländern die Möglichkeit, den Computer noch effizienter in die Polizeiarbeit zu integrieren.

Nach Schilys Worten läuft das System bundesweit seit Mitte August ohne Pannen. Ein erster Startversuch war 2001 gescheitert. Die Gesamtkosten für Inpol-Neu belaufen sich auf 75 Millionen Euro. An das System sind neben den 16 Länderpolizeien und dem BKA auch der Zoll und der Bundesgrenzschutz angeschlossen. Polizisten hätten damit auch Zugriff auf die Flensburger Datei des Kraftfahrtbundesamtes und Polizeidaten von anderen Staaten des Schengener Abkommens, sagte Schily.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisierte das Fehlen einer Suchmaschine in dem System. Ferner seien die Daten der verschiedenen Länderpolizeien mit ihren oft unterschiedlichen Computerstandards nur unzureichend verknüpft, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Wolfgang Speck. Er forderte, dass Inpol-Neu zu einem einheitlichen Polizei-Intranet mit E-Mail und Suchmaschinenfunktion weiterentwickelt werden müsste.

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