Neues Kapital
Stiftung Warentest wird unabhängiger

Verbraucherschutz braucht Informationen, und die sind nicht billig zu haben. Gerade bei Finanzprodukten leistet die Stiftung Warentest wichtige Arbeit. Nun ist finanziell unabhängiger geworden.
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HB BERLIN. Zur Stärkung ihrer Unabhängigkeit erhält die Verbraucher-Institution Stiftung Warentest vom Bund 50 Mio. Euro zur Erhöhung ihres Stiftungskapitals. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner übergab am Mittwoch den Bescheid bei einer feierlichen Übergabe in Berlin. „Das ist ein großer Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit der Stiftung“, erklärte Aigner. „Gerade in Zeiten der Finanzmarktkrise ist eine unabhängige Verbraucherinformation notwendiger denn je.“ Sie erinnerte an die neue „Finanztest“-Ausgabe, in der den deutschen Banken schwerwiegende Versäumnisse bei der Beratung der Anleger nachgewiesen worden waren.

Zu den Aufgaben der Stiftung Warentest gehört es, Produkte anonym einzukaufen und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Produkte werden dann nach wissenschaftlichen Kriterien durch unabhängige Institute geprüft und die Ergebnisse verbraucherfreundlich aufbereitet. Die Testergebnisse werden mit den bekannten Qualitätsurteilen von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ veröffentlicht und dienen den Verbrauchern als wertvolle Orientierungshilfe.

Aigner begrüßte, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages und das Bundesfinanzministerium die 50 Mio. Euro freigegeben hätten. Das Geld soll in den nächsten beiden Jahren mit je 20 Mio. und 2012 mit zehn Mio. auf die Stiftung übergehen. Damit soll das aus Eigenmitteln bisher aufgewendete Stiftungskapital auf 70 Mio. erhöht werden, hieß es bei Warentest auf dpa-Anfrage. Man benötige mittelfristig weitere 50 Millionen. „Wir brauchen 120 Millionen.“

Warentest finanziert sich nach eigenen Angaben überwiegend aus dem Verkauf der Zeitschriften „test“ und „Finanztest“ sowie weiterer Publikationen. Seit der Errichtung vor 45 Jahren wird die Stiftung mit jährlichen schwankenden Zuwendungen aus dem Bundeshaushalt unterstützt. Derzeit sind dies sechs Mio. Euro oder zwölf Prozent ihres Etats. Das Geld wird als Ausgleich dafür gezahlt, dass die Stiftungs-Publikationen zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit anzeigenfrei sind und damit eine potenzielle Einnahmequelle wegfällt.

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