Mag alles stimmen. Doch selbst im Regierungslager gibt es kritische Stimmen. Thea Dückert, Fraktionsvize der Grünen: „Es ist viel zu früh, jetzt mit einem neuen Logo zu kommen, da die BA noch mitten im Umbau steckt.“ Das neue Logo wecke Erwartungen bei den Menschen, die die BA bisher nicht erfüllen könne. Und sie fügt hinzu: „Ein neues Logo ist dann sinnvoll, wenn die BA ihren Reformprozess wirklich abgeschlossen hat.“
Agenturchefin Niehaus, aus deren Hand etwa das Brezel-Logo der Kamps-Bäckereien stammt, bezweifelt auch, ob das Ergebnis überhaupt ausreichend getestet wurde. „Dafür fehlt oft das Geld. Dann entscheidet die Ehefrau des Vorstandschefs, welche Farbe ihr besser gefällt.“
Das Dekorative an sich sei nicht schwer, meint auch Kurt Weidemann, der Grandseigneur des deutschen Corporate Designs und Vater des Bahn-Logos und des Mercedes-Sterns. Der 82-Jährige kokettiert gern damit, dass die Zeichnung des Bahn-Signets ihn eine halbe Stunde gekostet habe: „Zwei Buchstaben in einem runden Feld, das kann jeder Student im sechsten Semester.“
Auf Markttests und die Vorarbeiten komme es an. So spare die Bahn jedes Jahr 250 000 Euro an Farbe, weil das neue Logo weniger Rot enthalte als das alte. Und die Schrift ohne Streifen, also die kleinen Haken am Ende der Buchstaben, sei leichter zu kopieren und zu faxen.
Warum aber die Bundesagentur für Arbeit sich nun ein neues Logo verpasst, versteht Weidemann nicht: Nach seiner Meinung sollten nur Unternehmen, die im Wettbewerb stehen, sich Gedanken über ihren optischen Auftritt machen: „Und das alte Zeichen war doch nicht schlecht. Ich könnte ihnen hundert Unternehmen nennen, deren Logos renovierungsbedürftiger wären. Aber für die Bundesagentur hat das null Wirkung auf das Image. Man kann eben für viel Geld auch einen Nullwert erzielen.“


