Neues System kann Raketen in der Luft zerstören
Grünes Licht für milliardenteures Luftabwehrsystem

Deutschland will nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ in den nächsten acht Jahren mehr als eine Milliarde Euro für die Entwicklung des neuen transatlantischen Luftabwehrsystems MEADS ausgeben.

HB BERLIN. Der Co-Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Rainer Hertrich, rechtet fest mit der Verwirklichung des transatlantischen Rüstungsprojekts MEADS. „Es gibt da überhaupt keine Hindernisse mehr“, sagte Hertrich am Donnerstag in Berlin der Nachrichtenagentur Reuters. Die Verträge zwischen dem Industriekonsortium und den drei betreffenden Regierungen der USA, Italiens und Deutschlands seien inzwischen geschlossen. Im Bundestag werde das Vorhaben voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres entschieden.

Die Berichterstatter aller Bundestagsfraktionen hätten nach jahrelangen Prüfungen grünes Licht für das derzeit größte transatlantische Rüstungsprojekt gegeben, berichtete die "Berliner Zeitung" in ihrer Donnerstagsausgabe. Gemeinsam mit den USA und Italien wolle Deutschland damit das bodengestützte System entwickeln, das nicht nur Flugzeuge, sondern auch Raketen mit bis zu 1000 Kilometern Reichweite in der Luft zerstören kann. Der deutsche Kostenanteil an dem Projekt betrage rund 1,142 Mrd. Euro bis 2012, sagte der SPD-Abgeordnete und Berichterstatter Hans-Peter Bartels der Zeitung. Die Verträge dazu mit den Firmen EADS, Alenia Maraconi und Lockheed Martin könnten womöglich noch dieses Jahr unterzeichnet werden.

Neben diesem Vorhaben sei die Weiterentwicklung der Iris-Raketen als billigere „Zweitflugkörper“ geplant, um etwa Drohnen abschießen zu können, berichtete die Zeitung weiter. Die ersten MEADS-Systeme sollen ab 2012 ausgeliefert werden, sagte Bartels dem Blatt. Die Beschaffungskosten dürften sich dann auf zwei bis drei Milliarden Euro belaufen, wobei die Bundeswehr zwölf bis 24 dieser Systeme ordern könnte. Mit MEADS könne nicht nur der deutsche Luftraum geschützt werden, sie könnten auch ins Ausland verlegt werden. Dafür werde das Militär den geplanten neuen Lufttransporter A 400M nutzen können.

Der deutsche Anteil an dem Projekt soll der Zeitung zufolge 25 Prozent betragen. Die US-Seite werde mehr als die Hälfte der Kosten für die MEADS-Systementwicklung tragen.

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