Neugründung
Pauli-Partei hat nun einen Namen

Die bayerische Landtagsabgeordnete Gabriele Pauli will eine eigene Partei gründen und hat sich nun schon einen Namen dafür ausgedacht: Die Neugründung soll „Freie Union“ heißen. Das sagte die ehemalige Fürther Landrätin am Donnerstag bei der Vorstellung der Grundgedanken für die Vereinigung in München.

HB MÜNCHEN. Pauli bekräftigte, sie wolle mit der Partei, die am Sonntag gegründet werden soll, zur Bundestagswahl am 27. September antreten. Ihre zwei Seiten umfassenden Grundgedanken für die Freie Union überschrieb die Anfang der Woche aus der Fraktion der Freien Wähler ausgeschlossene Parlamentarierin mit den Worten „Für wahre Werte“. Darin äußerte sie Kritik am herrschenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System.

„Die „sogenannte Demokratie“ verfange sich in ihrem eigenen Netz verworrener Verantwortlichkeiten, kritisiert die 51-Jährige. „Alles, was wir vorfinden, ist durch uns entstanden. Auch die Wirtschaftskrise.“ Als Fazit zog Pauli bei der Vorstellung: „Die Menschen bei uns sind nicht wirklich glücklich und zufrieden in diesem System.“

„Was ich niedergeschrieben habe, ist nichts, was nicht jeder Bürger längst weiß“, fügte die Politikerin hinzu. „Es ist vergraben worden auf der Suche nach Äußerem.“ Zuvor hatte Pauli kritisiert, dass in der heutigen Gesellschaft das Streben nach äußeren Dingen wie Konsum oder Karriere überhandgenommen habe, obwohl die Menschen dies eigentlich nicht wollten.

Konkrete Konzepte enthalten die vorgestellten Grundgedanken noch nicht. Auf Nachfrage forderte Pauli unter anderem die Direktwahl von Bundeskanzler und Ministerpräsidenten und lobte die einst vom CDU-Politiker Friedrich Merz unter dem Schlagwort „Steuererklärung auf einem Bierdeckel“ vorgeschlagene radikale Steuervereinfachung.

Pauli zeigte sich zuversichtlich, dass es trotz des enormen Zeitdrucks gelingen werde, mit der Partei, die erst am Sonntag in München gegründet werden soll, zur Bundestagswahl in gut drei Monaten anzutreten. Sie erhalte täglich Hunderte Zuschriften von Menschen die mitmachen wollten. Für die Gründungsversammlung habe sie einen Saal mit rund 300 Plätzen reserviert. Es werde Schritt für Schritt vorangehen, zeigte sich die 51-Jährige überzeugt.

Über die Strukturen solle der Parteitag entscheiden, sagte Pauli. Ihr selbst gehe es nicht um Posten, beteuerte sie. Um noch bei der Bundestagswahl antreten zu können, muss sich die Freie Union beeilen: Parteien, die am 27. September dabei sein wollen, müssen bis zum 29. Juni ihre Unterlagen eingereicht haben.

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