Neun Delegierte stimmten gegen Ex-SPD-Chef
Lafontaine trommelt zum Politikwechsel

Oskar Lafontaine ist erwartungsgemäß zum Spitzenkandidat der Linken im Saarland gewählt worden. Zuvor hatte der ehemalige SPD-Chef die kommenden Landtagswahl als Richtungsentscheidung für Deutschland bezeichnet. Bei seiner Rede beim Landesparteitag sparte er nicht mit Kritik an politischen Gegnern.

NEUNKIRCHEN. Die Wahl habe bundespolitische Bedeutung, sagte Lafontaine am Samstag im saarländischen Neunkirchen bei einem Landesparteitag der Linken. Er bekräftigte seinen Willen, im Saarland erneut in die Staatskanzlei einzuziehen. "Ich will für das Amt des Ministerpräsidenten hier an der Saar kandidieren." Von dort müsse mit der Wahl 2009 ein Signal für soziale Gerechtigkeit für ganz Deutschland ausgehen. Die Linke sei dabei der Garant für einen Politikwechsel.

Die SPD solle sich vor der Wahl klar gegen eine mögliche große Koalition mit der CDU aussprechen. "Ich rate der Saar-SPD diese Erklärung." Ihm gehe es nicht um seine Person, sondern um die Sachpolitik. "Ich trete hier nicht an aus irgendwelcher Show", sagte Lafontaine. Bei der Frage der Zusammenarbeit dürfe es nicht um persönliche Befindlichkeiten gehen. "Wir müssen doch in Deutschland wieder dazu kommen, dass aufgrund von Sachprogrammen wieder Koalitionen gebildet werden".

Lafontaine kritisierte die Landesregierung unter Peter Müller (CDU) scharf. Sie habe nur eine "klägliche Bilanz" vorzuweisen. Müller gehöre daher in die "Wüste geschickt".

Der ehemalige SPD-Chef wurde am zum Spitzenkandidaten der Linken für die Landtagswahl 2009 im Saarland nominiert. Der 64-Jährige erhielt am Samstag auf dem Landesparteitag der Linken in Neunkirchen 122 von 132 abgegebenen Stimmen. Mit Nein stimmten neun Delegierte. Darüberhinaus gab es eine Enthaltung. Das Ergebnis entspricht nach Angaben der Partei einer Zustimmung von 92,4 Prozent. Lafontaine, der auch Bundesvorsitzender der Linkspartei ist, hatte zuvor betonte, er sei entschlossen, wieder Regierungschef im Saarland zu werden, was er von 1985 bis 1998 bereits war - damals noch als SPD-Politiker.

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