Deutschland
Neuordnung beim Handwerk in Reichweite

Im Streit um die Modernisierung der Handwerksordnung stehen SPD und Union im Vermittlungsausschuss kurz vor einer Einigung. Beide Seiten betonten gegenüber dem Handelsblatt (Mittwochausgabe), die Positionen lägen nicht so weit auseinander, dass ein Kompromiss unmöglich wäre.

BERLIN. Im Kern sähe der Kompromiss so aus, dass die SPD in erheblich mehr Handwerksberufen den Meisterbrief weiterhin akzeptieren würde, als es die Große Novelle von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) vorsieht. Im Gegenzug würde die Union Zugeständnisse für Altgesellen machen: Sie dürften künftig auch ohne Meisterbrief sehr viel leichter als heute ein Unternehmen gründen. Abhängig ist eine Einigung beim Handwerk allerdings noch davon, dass es in den anderen Arbeitsgruppen Kompromisse gibt.

Die SPD, die ursprünglich nur in 29 gefahrgeneigten Berufen, wie dem Elektriker, den Meisterbrief als Voraussetzung zur Unternehmensführung behalten wollte, ist nunmehr bereit, 38 Meisterberufe zu erhalten. Darunter wären dann auch Friseur, Maler und Bäcker. Das Kriterium dafür ist, dass ein Handwerksbetrieb 50 % mehr Lehrlinge ausbildet als der Durchschnitt aller Unternehmen. Die Union will den Meisterbrief zwar noch in 53 Berufen erhalten, und die FDP in 47 Berufen: Die von der SPD genannten 38 Gewerke stehen aber bereits für 90 % der Betriebe, der Beschäftigten und der Auszubildenden.

Schwieriger ist der Punkt Altgesellen: Hier besteht die SPD darauf, für ihr Entgegenkommen beim Meisterbrief die EU-Regeln für die Selbstständigkeit von Handwerksgesellen exakt zu übernehmen: Danach darf sich ein Geselle nach sechs Jahren Berufstätigkeit, davon drei Jahre in leitender Position, selbstständig machen. „Damit wäre die Inländerdiskriminierung beseitigt“, heißt es bei der SPD. Die Union fordert acht statt sechs Jahre, die FDP sieben Jahre.

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